Telekom-Hauptversammlung Ritterschlag für Höttges

Der Telekom-Chef hat heute bei der Hauptversammlung Rede und Antwort für sein erstes volles Geschäftsjahr gestanden. Dafür bekam er viel Lob – und Kritik.
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„Wir feiern die Renaissance der Deutschen Telekom“

„Wir feiern die Renaissance der Deutschen Telekom“

KölnIn zwei Reihen sitzen Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Telekom den Aktionären gegenüber, die an diesem Tag nur spärlich den Weg zur Hauptversammlung gefunden haben. An der symmetrischen Speerspitze in der Mitte haben Vorstand-  und Aufsichtsratschef Platz genommen. Hinter ihnen strahlt ein fast hallenfüllender Bildschirm sein magentafarbenes Licht dem Publikum entgegen. Lange war diese Situation nicht mehr so symbolisch.

Nach der Rede des Vorstandsvorsitzenden Timotheus Höttges, bei der er im Wesentlichen die Fortführung der bisherigen Strategie ankündigte, war sein Sitznachbar Ulrich Lehner ans Pult getreten. Eigentlich wollte er nur eine Kurzfassung des Berichts des Aufsichtsrats vortragen, bis dieser Satz kam, der an diesem Tag so oder so ähnlich noch häufiger zu hören sein sollte. 

Lehner hatte gerade über schwierige europäische Märkte, über Preis- und Regulierungsdruck gesprochen, als er seine Rede nach Manuskript auf einmal unterbrach und nach links schaute. „Die Deutsche Telekom“, sagte er, „ist gut  aufgestellt. Und das, Herr Höttges, kommt nicht von ungefähr.“ Es ist ein Ritterschlag vor leeren Reihen für seinen Vorstandschef. Dabei war der erst Januar 2014 ist Amt gekommen. „Das war erst Anfang letzten Jahres, Herr Höttges“, sagt Lehner respektvoll verwundert. 

Unter vielen Aktionären herrscht eine Stimmung der Erleichterung. Lange haben Telekom-Aktionäre zugesehen, wie die Papiere nach einem Hoch zu Spitzenzeiten der New Economy mit einem Wert von rund 100 Euro auf unter zehn Euro gefallen ist und dort lange Zeit herum waberte. Am Donnerstag lag sie bei knapp 17 Euro - und ein Großteil der Analysten sehen diese Entwicklung als stabil an.

Von den üblichen Ausnahmen abgesehen, bekommt Höttges an diesem Tag auch von den wenigen Aktionärsvertretern in der LanxessArena in Köln viel Lob. Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erklärte: „Herr Höttges, das war super, was Sie uns heute präsentiert haben.“ Es sei ein gutes Jahr, ein guter Kurs und eine gute Dividende.

In das gleiche Horn bläst auch Jacques Abramowicz, Chef der Beratung TMT Consulting. Er dankt Höttges uns seinem Team für die tolle Kursentwicklung. „Es ist ein sehr guter Einstand nach einem Jahr an der Spitze.“ Und selbst in der Rede des vor Sarkasmus triefenden Sprechers der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger, Lars Labryga, ist ein wenig Ernsthaftigkeit zu hören als er an die Adresse des Vorstandsvorsitzenden sagt: „Sie können auch das Aufatmen hören, wenn die Telekom mal ein Jahr keine neue Strategie verkündet.“

Dabei sind die Bilanzzahlen des vergangenen Konzerns nicht herausragend gut. Sie sind nur nicht mehr schlecht und es sieht danach aus, als hätten die Bonner die Krise überwunden und dass es jetzt aufwärts geht. Nur hat die Deutsche Telekom damit auch ihren Skandalcharakter verloren. Sie wirkt nun solide – und solide zieht nicht mehr die Massen an. 

Weniger Ausbildung, mehr Ausbeutung?
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