Telekom-Konkurrent
Südeuropa-Geschäft belastet Vodafone

Der Mobilfunkriese Vodafone bekommt die Krise in Europa zu spüren. Insbesondere in den Schuldenstaaten Spanien und Italien läuft das Geschäft schlecht. In Deutschland plagt sich das Unternehmen mit der Regulierung.
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LondonDer britische Mobilfunkkonzern Vodafone leidet unter den Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa. Der Erlös sei im dritten Quartal um zwei Prozent auf 11,38 Milliarden Pfund gefallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Service-Umsatz, der Telefonate und mobiles Internet einschließt, lag mit 10,37 Milliarden Pfund 2,6 Prozent unter dem Vorjahr.

Vor allem die Entwicklung in den Schuldenstaaten Spanien und Italien machte sich bemerkbar, aber auch Deutschland und Großbritannien zeigten Schwächen. In der Region Südeuropa fiel der Service-Umsatz um 11,9 Prozent, in Mittel- und Nordeuropa um 0,9 Prozent. „Wir haben weiterhin schwierige Marktbedingungen in Europa und erwarten, dass das auch im kommenden Jahr so bleibt“, sagte Firmenchef Vittorio Colao. Robust entwickelte sich dagegen das Geschäft in Schwellenländern wie Indien und der Türkei.

Vodafone werde weiter die Kosten senken, betonte Colao – so fallen allein in Spanien 1000 Stellen weg. Gleichzeitig investiere die Firma in Wachstumsfelder, vor allem in Hochgeschwindigkeitsverbindungen mit dem neuen Datenstandard LTE. Für das im März endende Geschäftsjahr stellte Colao einen bereinigten operativen Gewinn in der oberen Hälfte der Spanne 11,1 bis 11,9 Milliarden Pfund in Aussicht. Dank des positiven Ausblicks legte der Aktienkurs um rund zwei Prozent zu.

Hoffnung setzt Vodafone in das Geschäft mit Datendiensten. Der Umsatz stieg um 12,8 Prozent auf 1,7 Milliarden Pfund. Bereits jeder dritte Kunde in Europa nutze ein Smartphone, betonte das Unternehmen.

In Deutschland steigerte Vodafone den Erlös um 0,4 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Der Service-Umsatz, der Handyverkäufe außenvorlässt, schrumpfte jedoch leicht um 0,2 Prozent. Das Unternehmen führt das vor allem auf die Regulierung zurück. Die Bundesnetzagentur senkte die sogenannten Terminierungsentgelte für die Durchleitung von Daten. Dadurch werde „erneut massiv Geld aus dem Markt gezogen“, erklärte der Deutschland-Chef von Vodafone, Jens Schulte-Bockum. Ohne diesen Schritt hätte das Unternehmen den Service-Umsatz um 0,5 Prozent gesteigert.

Auch in Deutschland profitiert Vodafone vom guten Geschäft mit Datendiensten, das um 10,8 Prozent auf 508 Millionen Euro Umsatz zulegte. Weil sich immer mehr Nutzer ein Smartphone leisten, konnte der Mobilfunker gleichzeitig den Umsatz pro Kunde deutlich um 8,4 Prozent steigern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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