Telekom müht sich
T-Systems ist schwer verkäuflich

Die Deutsche Telekom muss möglicherweise die Partnersuche für ihre Geschäftskunden-Sparte T-Systems aufgeben, wie das Handelsblatt aus konzernnahen Kreisen erfahren hat. Alle strategischen Partner hätten sich zurückgezogen. Die verbliebenen Kaufinteressenten dürften auf wenig Gegenliebe bei den Mitarbeitern stoßen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die Suche nach einem Partner für die Telekom-Geschäftskundensparte T-Systems droht zu scheitern. Nach Informationen des Handelsblatts aus dem Umfeld der Deutschen Telekom hat der Konzern die Unternehmensberatung McKinsey beauftragt, andere Strategien als ein Partnermodell zu entwickeln. Grund für den Richtungswechsel ist die offenbar erfolglose Suche nach einem Investor. In Finanzkreisen heißt es, mittlerweile hätten sich alle strategischen Interessenten zurückgezogen. Übrig seien nur noch Private-Equity-Gesellschaften.

Ursprünglich hatte Konzernchef René Obermann Finanzinvestoren als Partner ausgeschlossen. In einem Interview wollte er sich kürzlich aber nicht mehr festlegen. „Wir führen weiter aktive Gespräche mit verschiedenen Interessenten für eine Partnerschaft bei T-Systems“, sagte Finanzchef Karl-Gerhard Eick dem Handelsblatt. Ob darunter auch strategische Investoren sind, wollte er nicht sagen.

Der Konzern sucht einen Investor für das Großkundengeschäft von T-Systems, weil es international stark genug ist, um weltweit tätige Konzerne als Kunden zu gewinnen. Ein strategischer Partner soll idealerweise dort über Standorte verfügen, wo die Telekom noch nicht vertreten ist – etwa in den USA. Der Konzern beschränkt sich bei der Partnersuche auf Investoren, die die Strategie der Bonner mittragen, IT- und Telekommunikationsdienste im Paket anzubieten. Daran scheiterten Gespräche mit einigen Interessenten, heißt es in Konzernkreisen. Solch strenge Vorgaben lassen es auch fraglich erscheinen, ob sich Finanzinvestoren als Partner eignen.

In Verhandlungskreisen heißt es, die Telekom stelle nicht genug Informationen über ihre Tochter bereit. Bisher hat der Konzern die Bücher noch nicht geöffnet, sondern ein „information memorandum“ erstellt, das die Tochter beschreibt. „Dieses Papier verdient den Namen nicht“, heißt es in der Branche. Ohne Zugang zu konkreteren Daten ließen sich die komplexen Geschäftsbeziehungen von T-Systems nicht ausreichend beurteilen. Verwirrung herrscht unter den Interessenten offenbar auch darüber, was genau in eine Partnerschaft eingebracht werden soll. In Telekomkreisen heißt es, Kunden, die sicherheitsrelevante Daten besäßen, sollten nicht Teil des geplanten Joint Ventures sein. T-Systems ist Marktführer bei Behörden.

Ein weiteres Problem bei der Partnersuche ist der Preis, heißt es in Finanzkreisen. „Offensichtlich sind die Restrukturierungskosten den potenziellen Partnern zu hoch und ein Verkauf nur zu einem erheblichen Abschlag möglich“, folgert Frank Rothauge von Sal. Oppenheim aus den zahlreichen Absagen. In der vergangenen Woche war zunächst EDS als Partner abgesprungen, mittlerweile haben nach Informationen aus Verhandlungskreisen auch Atos Origin und Cap Gemini abgewunken.

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