Telekom-Personalchefin
„Meine Abteilung ist kein Schmusebereich“

Marion Schick ist die neue Personalchefin der Telekom. In einem Interview tritt sie dem Vorurteil entgegen, dass in dem Job vor allem „weibliche Stärken“ zählen: „Die Personalabteilung ist kein Schmusebereich.“
  • 10

MünchenDie neue Telekom-Personalchefin Marion Schick ist dem Vorurteil entgegengetreten, „weibliche Stärken“ wie Sozialkompetenz seien in ihrem Verantwortungsbereich besonders gefragt. „Mit Sozialkompetenz allein kommen Sie nicht weit in der Personalabteilung“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“.

„Personal wird ein bisschen als der Schmusebereich angesehen, hier werden die schönen Dinge gemacht, hier wird die Herde gehütet““, sagte Schick. Aber es gehe um harte Weichenstellungen: „Es geht darum zu planen, mit wie vielen Menschen Sie die vorhandene Arbeit klug organisieren. Da muss ein Personalvorstand seine Kennzahlen erreichen - genauso wie ein Finanzvorstand. Die Personalabteilung ist kein Schmusebereich“, sagte die 53-Jährige, die seit Anfang Mai zur Telekom-Führung gehört und eine der ganz wenigen Frauen in den Vorständen großen Unternehmen ist.

Zudem will sie ältere Beschäftigte stärker fördern als bisher. „Die wichtige Frage ist, wie wir langjährige Beschäftigte weiterqualifizieren, so dass sie in den innovativen Bereichen, in denen wir Bedarf haben, arbeiten können“, sagte Schick. Sie fügte hinzu: „Hier sehe ich auch keine Altersgrenze. Ich zucke immer zusammen, wenn es heißt, Ältere ab 55 müsse man nicht weiterbilden, die sollten sich auf die Rente vorbereiten.“

Die jüngsten Tarifabschlüsse in Höhe von 6,5 Prozent nannte Schick „eine Herausforderung fürs Unternehmen“. Lohnzuwächse müssten verdient werden. „Diesen Abschluss müssen wir jetzt intensiv kostenseitig begleiten“, kündigte sie an. „Der Markt nimmt keine Rücksicht auf unseren Abschluss“, sagte die Managerin.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Telekom-Personalchefin: „Meine Abteilung ist kein Schmusebereich“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hallo, Herr Stock! Schön, dass Sie es gerne sähen, wenn man sich hier real-namentlich outen würde. Das würde auch die DTAG freuen, weil sie dann noch konkreter und gezielter auf die ungeliebten Beamten eindreschen könnte, die sie bei Gründung der Telekom übernommen hat. Leider stören Beamte die Personalabbaustrategie, genanntes Ziel 50000 in Deutschland (derzeit rund 74000).
    Jeden Beamten sieht man gerne von hinten - egal ob Normal- oder Top-Performer. Und man tut auch wirklich so ziemlich alles dafür, dass die Leute auch mit Sicherheit gehen. Sinnfreie Standortänderungen dienen dabei gerne als Druckmittel, das Personal -je nach Abbaubedarf - kräftig durchzuschütteln, um zu erreichen, dass ein möglichst hoher Pozentsatz das Handtuch wirft, weil ein Umzug oder Zweitwohnsitz in Anbetracht der familiären Situation kaum möglich ist oder die Kosten im Verhältnis zum Einkommen ins Uferlose steigen würden. Immer mal dran denken, dass die meisten Beamten bei der Telekom im mittleren Dienst angesiedelt sind und mitnichten Einkommen oder Pensionsansprüche haben, die sich einige Leute (die anscheinend nur Stadträte, Oberstudienräte u.ä. kennen) vorstellen.
    Wer sein Personal in der Vergangenheit als "personal waste" betitelt hat und tausende Mitarbeiter mit zum Teil hohen Qualifikationen ohne den Willen zur Weiterbeschäftigung aufs Abstellgleis stellt und generell als Low-Performer herabwürdigt, dem steht man auch mit Misstrauen und Skepsis gegenüber, wenn plötzlich eine Frau Schick daher kommt und glaubt, die Situation durchdrungen zu haben, wenn sie sich hauptsächlich mit den Verursachern der Taktik unterhält und nicht mit den Betroffenen.
    Meiner Meinung nach wird hier eine neue Strategie aufgebaut, die die betroffenen Mitarbeiter nur weiter ins beamtenrechtliche Abseits drängen will, wenn sie mit fast 60 oder älter den neuen Strategien nicht mehr folgen können.
    Fazit: Die Erlebnisse der letzten Jahre werden alle Betroffenen anhalten, ihre Namen nicht zu nennen!

  • Jetzt ist das Ende des "Hinaus transportierens" wohl erreicht. Die 55-er ist ausgereizt, finazielle Überlegungen halten viel davon ab, frühzeitig in Pension zu gehen.
    Was hat Schick vor? Will sie die 55+Beamten noch bis zur regulären Pension - und das amtsangemessen - einsetzen?
    Dann wäre ein erheblicher Schulungsbedarf - egal in welche Fachrichtung - von Nöten. Ob diese Ansage ernst gemeint ist und flächendeckend zum Erfolg führen wird, wage ich zu bezweifeln, in Anbetracht der letzten 10 Jahre, in denen man das "überzählige Alt-"Personal wie Dreck behandelt hat.

  • Da muß man ja doch nochmal nachtreten: Erst haben Frau Schicks Vorgänger (Sattelberger, Klinkhammer) die „Alten“ teuer rausgeekelt – die Frühpensionen Vorruhestandsgehälter belasten nun wohl für dauernd den schwindenden T-Gewinn – nachdem jetzt faktisch „wohl kein Geld mehr zum Verklitschen da ist „und nachwächst“ und selbst die Jungen nun scharenweise davon eilen (…siehe T-Umfragewerte…) – erinnert man sich an die für dauernd frustrierten dagebliebenen „Erfahrenen“ (???). Wo bleibt/blieb da die vorausschauende Personalpolitik ? Im Übrigen, genauso kurzsichtig wie vielfach die T-Strategie auch in vielen anderen T-Unternehmensführungsbereichen – „an die Wand fahren“ nennt man dies! Von der T-Personalpolitik ist doch heute nur noch ein „kontraproduktives Experimentierfeld und Politikum“ vielfältiger widersprüchlicher Polit-Interessengruppen und „Egoismen“ mit teurem spektakulärem „Eigenmarketing“ übriggeblieben (siehe Frauenquote versus Art 3 & Art. 33 Abs 2 GG).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%