Telekom rechnet mit Einigung
Obermann kommt Verdi entgegen

Der Tarifkonflikt zwischen Deutscher Telekom und Verdi steht möglicherweise vor einer Lösung. "Unsere Türen für einen Kompromiss sind offen", betonte der Chef der Deutschen Telekom, René Obermann, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

BERLIN. „Wir haben neue Zuversicht, dass Verdi an den Verhandlungstisch zurückkehren und konstruktiv mit uns verhandeln will“, sagte Obermann dem Handelsblatt in Berlin. Der Konzern sei bereit, auch weitere Kompromisse zu machen. „Ich schließe Veränderungen bei einzelnen Komponenten nicht grundsätzlich aus, wenn Verdi ihrerseits realistische Vorschläge für einen tragfähigen Kompromiss macht“, sagte Obermann. „Wir sind in allen Punkten gesprächsbereit, aber wir werden uns nicht von unserem Gesamtkonzept verabschieden.“

Das Konzept sieht vor, 50 000 Service-Mitarbeiter der Festnetzsparte in neue Einheiten auszugliedern, wo sie länger arbeiten und weniger verdienen sollen. Die Telekom hatte in der vergangenen Woche eine Erfolgsbeteiligung und Boni vorgeschlagen, um die geplante Senkung des Grundgehalts abzufedern.

Über diese Vorschläge will Verdi am Dienstag die eigene große Tarifkommission informieren. Dieses Gremium kann beschließen, ob die Gewerkschaft wieder offizielle Gespräche mit der Telekom aufnimmt. Verdi-Streikleiter Ado Wilhelm wollte das am Montag nicht ausschließen. Er betonte jedoch, dass es in dem Angebot noch „erhebliche Probleme“ gebe.

Selbst wenn die Parteien wieder an einem Tisch sitzen sollten, will Verdi den Streik weiterführen. „Es gibt keinen Grund, weshalb man in Verhandlungen den Druck rausnehmen sollte“, sagte Wilhelm. Die Arbeitsniederlegungen dauern nun schon viereinhalb Wochen an. am Montag traten erneut 16 000 Telekom-Mitarbeiter in den Streik.

Analysten würden eine Verhandlungslösung begrüßen. „Die Märkte würden eine Einigung zwischen der Telekom und Verdi sicher positiv aufnehmen“, sagt Thomas Friedrich von der Hypo-Vereinsbank. „Die Anleger würden sich aber die Details des Kompromisses ganz genau angucken.“ So käme es vor allem darauf an, wann und in welchem Umfang Obermann dadurch die geplanten Kostensenkungen realisieren könne. Die Telekom will mit dem Personalumbau 500 bis 900 Mill. Euro sparen. Dies sei nötig, weil die Gehälter in dem Konzern im Wettbewerbsvergleich zu hoch seien, sagte Obermann.

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