Telekom
Ricke sichert sich mehr Macht

Kai-Uwe Ricke geht in die Offensive: Der wegen massiver Kundenverluste in die Kritik geratene Telekom-Chef will sein Unternehmen mit einer neuen Strategie zum Erfolg führen. Auch der Aufsichtsrat steht hinter dem Manager, Spekulationen über eine Ablösung sind vorerst vom Tisch. Damit einher geht eine Machtverschiebung im Vorstand.

HB BONN. Schon war über eine vorzeitige Ablösung von Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke spekuliert worden. Eine Million Festnetzkunden waren dem Ex-Monopolisten allein im ersten Halbjahr davongelaufen, Umsatz- und Gewinnerwartungen mussten nach unten korrigiert werden. Doch nach einer Strategieklausur des Aufsichtsrats am Freitag und Samstag sieht es anders aus. Das Gremium billigte eine neue Strategie Rickes. Damit einher geht eine Machtverschiebung im Vorstand.

Ricke ist - neben seinen bisherigen Führungsaufgaben - künftig auch für den kompletten Werbeauftritt der Telekom in Deutschland zuständig. Der erfolgreiche T-Mobile-Chef René Obermann, erst 43 Jahre alt, lenkt in Zukunft konzernübergreifend den stationären deutschen Vertrieb, für Mobilfunk wie Festnetz gleichermaßen.

Der 47-jährige Ex-Siemens-Manager Lothar Pauly, Chef der Geschäftskundensparte T-Systems, übernimmt zusätzlich die Verantwortung für Netztechnik und -qualität im Festnetz wie im Mobilfunk, die technisch ohnehin zusammenwachsen sollen, für die Informationstechnik (IT) im Konzern sowie für den globalen Einkauf. Beobachter sehen in dieser Konzentration zentraler Schlüsselbereiche eine Schwächung vor allem des für Festnetz und Breitband verantwortlichen 52-jährigen Vorstandsmitglieds Walter Raizner, bisher für die T-Punkte zuständig.

Vor der Aufsichtsratssitzung hatte es Vermutungen gegeben, dass vor allem der US-Finanzinvestor Blackstone, der im April 4,5 Prozent der Telekom-Aktien übernommen hatte und seither erhebliche Kursverluste hatte hinnehmen müssen, Rickes Kopf fordern würde. Doch Fragen nach Kritik an der Unternehmensführung seitens der Anteilseigner beantwortete Ricke vor Journalisten mit einem klaren Nein. Im Gegenteil: Er fühle sich „wirklich gut“ nach eineinhalb Tagen intensiver Diskussion im Aufsichtsrat. „Ich folge meinem Plan“, sagte Ricke.

Seite 1:

Ricke sichert sich mehr Macht

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%