Telekom: Schneller, länger, billiger

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Schneller, länger, billiger

Telekom-Chef René Obermann hat sich viel vorgenommen: 50 000 Mitarbeiter sollen in konzerneigene Gesellschaften ausgegliedert werden, um Kosten zu sparen. Die kriselnde Dienstleistungssparte geht auf Partnersuche. Doch die Umsetzung der Pläne wird schwierig.

BONN. Telekom-Chef René Obermann hat viele Baustellen, an denen er arbeiten muss. Die drängendste davon ist das Personal. Gestern bestätigte der Konzernchef, dass die Deutsche Telekom bis zu 50 000 Mitarbeiter in konzerneigene Gesellschaften überführen will. Dies war am Vorabend vom Aufsichtsrat abgesegnet worden. Mit der Ausgliederung dieser Beschäftigten in eine neue Einheit mit dem Namen „T-Service“ will die Telekom Personalkosten senken und die Effizienz erhöhen. „Wir haben keine Alternative, wir müssen reformieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein“, sagte Obermann gestern.

Experten sind sich einig, dass der Bonner Riese mit seinen gut 160 000 Mitarbeitern in Deutschland deutlich überbesetzt ist. Das gilt nicht nur im Vergleich zu seinen deutlich schlanker aufgestellten Wettbewerbern hier zu Lande. Auch in einem internationalen Vergleich der europäischen Ex-Monopolisten liegt die Telekom hinter ihren Konkurrenten.

Im Vergleich von Umsatz zu Mitarbeitern in den jeweiligen Heimatmärkten zeigt sich, dass die Telekom-Beschäftigten pro Kopf am wenigsten Umsatz erwirtschaften. Führend ist hier die niederländische KPN. Deren Mitarbeiter arbeiten nicht so viel produktiver. Die Erklärung ist eine andere: Die KPN hat weit mehr als die europäische Konkurrenz Teile des Geschäftes an externe Dienstleister abgegeben. Die Niederländer haben sich komplett auf das Kerngeschäft konzentriert und etwa die Einheiten verkauft, die für die Wartung und den Bau von Netzen zuständig waren. Gleiches gilt für die spanische Telefónica.

Im Zuge sinkender Preise und Margen werden nach Meinung von Beobachtern bald auch andere Unternehmen der Branche diesen Weg gehen. „Die Telekomkonzerne werden verstärkt dazu übergehen, ihre Kernprozesse auszulagern“, prophezeit Uli Prommer von der Unternehmensberatung Mercer. Der schlichte Grund: Externe Spezialisten sind oft billiger als die eigenen Leute. Beim Netz-Management etwa profitieren sie davon, dass sie mehrere Kunden in einem geographischen Gebiet bedienen und dadurch einen geringeren Aufwand pro Netz haben.

Die Telekom denkt vorerst jedoch nicht an ein Outsourcing, sondern an eine Ausgliederung ihrer Servicekräfte in drei eigenständige Gesellschaften. Ihr bleibt auch keine andere Wahl – etwa die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter sind Beamte und fast weitere 30 Prozent wegen ihre langen Dienstzugehörigkeit praktisch unkündbar.

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