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Telekom setzt auf ihre US-Tochter

dpa-afx FRANKFURT. Die Deutsche Telekom will mit einem klarem Bekenntnis zu ihrer US-Mobilfunktochter T-Mobile USA Spekulationen über deren Verkauf endgültig beenden. "Es gibt keinen Grund für einen Verkauf. Im Gegenteil sind wir jetzt dabei, uns auf die nächste Runde vorzubereiten. Dazu gehört, dass wir uns im kommenden Jahr an der Ausschreibung für die neuen Spektren beteiligen werden", sagte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Damit erteilte er allen Spekulationen über einen möglichen Abschied vom amerikanischen Markt eine Absage.

"Amerika ist und bleibt für uns ein Wachstumsmotor", betonte Ricke. Er ließ laut "FAZ" keinerlei Zweifel daran, dass er den amerikanischen Mobilfunkmarkt für weitaus vielversprechender hält als Europa, wo rund 50 Anbieter um zum Teil wesentlich stärker gesättigte Märkte konkurrieren. Im vorigen Geschäftsjahr stammten den Angaben zufolge bereits knapp 40 Prozent des Umsatzes und knapp ein Viertel des Betriebsgewinns der Mobilfunksparte aus Amerika, wo T-Mobile weiterhin hohe Neukundenzuwächse verbucht. Der Manager erwartet, dass in wenigen Tagen die Marke von zwanzig Millionen Kunden fällt.

"Wir haben in den Vereinigten Staaten die Chance, unser Geschäft auf einem der attraktivsten Märkte der Welt weiterzuentwickeln. Und deshalb ist es für uns nicht entscheidend, ob wir mit demnächst zwanzig Millionen Kunden und einem Umsatz von rund elf Mrd. Euro der vierte im Markt sind", sagte er zur strategischen Ausgangslage. Zugleich relativierte der Telekom-Chef die Kosten für die notwendigen Investitionen. "Hier wird viel spekuliert, und es wird auch zu hoch spekuliert", sagte Ricke, ohne Zahlen nennen zu wollen.

Die Deutsche Telekom hatte den Verkauf von T-Mobile USA in den vergangenen Monaten geprüft. Nach Einschätzung von Branchenkennern wird der Aufbau des T-Mobile-UMTS-Netzes über die kommende Jahre in den Vereinigten Staaten rund zehn Mrd. Euro kosten. Konzernchef Ricke und Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick hatten daher vor Investoren einen Verkauf der US-Tochter nicht ausgeschlossen. Eick habe dabei die Möglichkeit einer Sonderdividende aus dem Verkaufserlös ins Spiel gebracht. Mit den Aussagen von Ricke gilt der Einstieg von T-Mobile USA in das UMTS-Geschäft als sicher. Vor einigen Monaten hatte der Produkt-Vorstand von T-Mobile USA, Cole Brodman, den UMTS-Netzaufbau in der zweiten Hälfte 2006 angekündigt.

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