Telekom sieht keine Notwendigkeit zur Reintegration
T-Mobile bleibt selbstständige Konzerneinheit

Die Deutsche Telekom sieht ihrem Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke zufolge keine Notwendigkeit, nach T-Online auch noch T-Mobile in den Konzern zurückzuführen. Die Mobilfunk-Tochter soll langfristig weiterhin als eigenständige Konzerneinheit geführt werden.

HB BONN. Der im Telekom-Vorstand für das weltweite Mobilfunkgeschäft zuständige T-Mobile-Chef Rene Obermann sagte am Donnerstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters, „T-Mobile wird in den nächsten Jahren eine strategische Geschäftseinheit innerhalb der Deutschen Telekom bleiben.“ Es mache auch auf längere Zeit gesehen keinen Sinn, T-Mobile aufzuspalten und in zwei konzernübergreifende Sparten für Privat- und Geschäftskunden zu integrieren.

Obermann rechnet für das laufende Jahr mit einer deutlichen Belebung des bisher schleppend laufenden Versands von Multimedia-Mitteilungen (MMS) über Handys. „Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr rund 50 Mill. MMS in Europa über unser Netz transportieren werden“, sagte der T-Mobile-Chef. Im Jahr 2003 waren 18 Mill. MMS über die Mobilfunknetze von T-Mobile verschickt worden.

Um das wachsende Kundenbedürfnis nach integrierten Kommunikationslösungen zu erfüllen, bedürfe es keiner organisatorischen Zusammenführung der Bereiche Festnetz, Internet und Mobilfunk, sagte zudem Ricke am Donnerstagabend in Bonn. Vielmehr komme es darauf an, geeignete Endgeräte und Dienste zu entwickeln. Für eine Kommunikation, welche die unterschiedlichen Übertragungswege vereint (seamless communication), „muss man nicht verschmelzen“, betonte Ricke bei der Eröffnung der „T-Gallery“, eines Ausstellungsbereichs für innovative Anwendungen in der Konzernzentrale.

Die Telekom arbeitet nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden „mit Hochdruck daran, die Grenzen zwischen Mobilfunk und Festnetz zu überwinden und Produkte und Dienste übergreifend nutzbar zu machen“. Mit dem Argument, den Kunden besser Produkte aus einer Hand bieten zu können, hatte Ricke hingegen vor kurzem die Verschmelzung von T-Online auf den Mutterkonzern angekündigt. Die bisher eigenständige Tochtergesellschaft soll in der neuen Einheit Breitband/Festnetz aufgehen, die mit Beginn des nächsten Jahres entsteht.

Daneben wird sich die Telekom auf die Bereiche Geschäftskunden und Mobilfunk konzentrieren. Nach Bekanntgabe der Fusionspläne für T-Online waren Spekulationen aufgekommen, das ebenfalls in einer eigenen Gesellschaft agierende Mobilfunksegment könnte gleichermaßen reintegriert werden.

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