Telekom-Skandal
Detektivische Suche nach den Schnüfflern

Die Deutsche Telekom soll mehr als zwei Dutzend Personen bespitzelt haben. Die Aufträge dazu erteilten Chefs intern in verschlüsselten E-Mails. Jetzt zieht der Skandal immer weitere Kreise.

DÜSSELDORF. Die Ermittler der Staatsanwaltschaft Bonn mussten bei der Telekom-Spitzelaffäre detektivische Arbeit leisten: In verschlüsselten E-Mails beauftragten Mitarbeiter aus der Konzernzentrale Kollegen der Mobilfunktochter, Handy-Nummern von mehr als einem Dutzend potenziellen Geheimnisverrätern zu überprüfen. "In vertraulichem Ton" hätten da Kollegen, die per Du waren, Schnüffelaufträge abgewickelt, heißt es in Ermittlerkreisen.

Den Schlüssel, um die Schnüffler-Mails zu lesen, vereinbarten Sender und Empfänger - und wechselten ihn regelmäßig. Dieses kryptografische Wirrwarr habe der Staatsanwaltschaft die Aufklärarbeit nicht gerade erleichtert. Inzwischen habe sie aber 90 Prozent der Nummern, die in den E-Mails zu finden waren, Namen zugeordnet und die Betroffenen in den vergangenen Tagen per Brief informiert.

Dreh- und Angelpunkt der Spitzelei war nach Informationen aus Behördenkreisen die Handy-Nummer des "Capital"-Journalisten Reinhard Kowalewsky. Er hatte im Januar 2005 die interne Dreijahresplanung der Deutschen Telekom veröffentlicht und damit das Fass zum Überlaufen gebracht. Schon lange hatten sich die Telekom-Oberen über immer neue Interna geärgert, die in der Presse auftauchten.

Nach Informationen des Handelsblatts haben Telekom-Mitarbeiter von Anfang 2005 bis zum Herbst desselben Jahres Handy-Nummern von mehr als einem Dutzend Personen überprüft. Sie alle standen direkt oder indirekt mit Kowalewsky in Kontakt: Entweder sie haben mit ihm telefoniert und sind so auf die Liste der Spitzel-Opfer geraten. Oder sie wurden von jemandem angerufen, der zuvor mit Kowalewsky gesprochen hatte, und landeten deshalb auf der roten Liste der Telekom.

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