Telekom-Skandal
Die dunkle Seite der Sicherheitsbranche

Ausspähung von Aufsichtsräten und Journalisten - die Telekom-Affäre wirft ein Licht auf die sonst auf Diskretion bedachte Sicherheitsbranche. Einblicke in ein Geschäft, das in etwa so organisiert ist wie die Baubranche - und in dem Ex-Stasi-Mitarbeiter sich als Privatdetektive verdingen.

DÜSSELDORF. Sie bewegen sich oft am Rande der Legalität und manchmal auch dahinter. Die Telekom-Affäre, bei der es um die Ausspähung von Aufsichtsräten und Journalisten geht, wirft Licht auf eine Welt, die gern im Schatten agiert: die Sicherheitsbranche. Und bei allem, was derzeit an die Öffentlichkeit dringt, fragen sich Beobachter: Hat die Deutsche Telekom denn gar keine Vorauswahl getroffen bei der Vergabe von Aufgaben, die der Konzernsicherheit dienen?

Natürlich hat sie. Auch die Deutsche Telekom arbeitet keineswegs mit Charakteren, die ihr einfach über den Weg laufen. Doch die Sicherheitsbranche ist genauso organisiert wie etwa die Baubranche: Es gibt Unternehmer, und es gibt Subunternehmer. Und es gibt Subunternehmer von Subunternehmern.

Der Fall Telekom ist ein Paradebeispiel. Der Konzern beauftragte wegen ständiger Indiskretionen im Jahr 2000 eine der renommiertesten Adressen für Konzernsicherheit weltweit: Control Risks. Die Firma hat ihre Wurzeln in den 70er-Jahren und wurde von einem britischen Versicherungsmakler gegründet. Anlass war damals die Bedrohung für Konzernmanager, bei Reisen durch Südamerika entführt zu werden.

Seither hat sich das Arbeitsgebiet stark erweitert. Noch immer organisiert Control Risks Personenschutz für Vorstände. Ähnlich wie der Konkurrent Blackwater bewacht man auch Industrieanlagen im Irak. Zu den Dienstleistungen gehört ebenso eine umfassende Analyse von Gefahrenpotenzialen bei Unternehmen - von Schwachstellen bei der Computertechnik bis zur Durchleuchtung von Mitarbeitern und Kunden. Control Risks ist nach eigenen Angaben für rund 20 Dax-Konzerne aktiv.

Control Risks sieht sich als Global Player mit einem Verhaltenskodex, in dem auf die Menschenrechte verwiesen wird. Eine deutsche Konkurrenz gebe es gar nicht, sagt ein Manager und warnt davor, Global Risks und einheimische Sicherheitsdienstleister zu vergleichen. Das sei doch eine völlig andere, eine niedere Liga.

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