Telekom Srbija wird privatisiert
Deutsche Telekom schielt nach Serbien

Die Telekom Srbija wird derzeit wieder einmal privatisiert. Zu den Interessenten sollen auch die Deutsche Telekom und Telekom Austria gehören. Die Expansion würde gut in die Strategie der Deutschen passen.
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Frankfurt/WienDie Deutsche Telekom und Telekom Austria spielen Insidern zufolge Milliarden-Gebote für eine Mehrheit an Telekom Srbija durch. Auf Basis des für 2015 erwarteten Betriebsgewinns (Ebitda) von 400 Millionen Euro wäre das gesamte Unternehmen mit bis zu zwei Milliarden Euro bewertet, sagten zwei mit dem Bieterprozess vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die serbische Regierung will ihren Anteil von 58 Prozent an dem größten Telefonkonzern des Landes privatisieren. Die Deutsche Telekom, Telekom Austria und die serbische Regierung wollten sich dazu nicht äußern.

Die Expansion würde in die Strategie der Deutschen Telekom passen. Statt auf Riesenkäufe in Übersee setzen die Bonner seit einiger Zeit darauf, ihre Position in den Märkten Osteuropas auszubauen. Jüngster Zug: Anfang des Jahres stockte die Telekom den Anteil an Telekom Slovak auf. An dem serbischen Konzern waren die Deutschen indirekt bereits einmal beteiligt. Die griechische Telekom-Tochter OTE verkaufte ihren 20-Prozent-Anteil an Telekom Srbija Ende 2011 für 400 Millionen Euro, um die Schulden zu senken.

Die Telekom Austria gehört mehrheitlich zum mexikanischen Mobilfunkriesen América Movil, der wiederum vom Milliardär Carlos Slim kontrolliert wird. Slim, einer der reichsten Männer der Welt, will den österreichischen Konzern als Plattform für weitere Zukäufe in Osteuropa nutzen. Deshalb sei das Unternehmen ständig auf der Suche nach weiteren Übernahmezielen, hatte der von America Movil entsandte Telekom-Vorstand Alejandro Plater kürzlich gesagt.

Unverbindliche Angebote für Telekom Srbija sind bis Sonntag fällig. Vor einigen Jahren wollte Serbien das Unternehmen schon einmal verkaufen. Die Telekom Austria blieb damals als einziger Interessent übrig. Das Angebot der Österreicher war den Serben jedoch zu niedrig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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