Telekom-Tochter
Bieterrennen um T-Mobile US bahnt sich an

Der US-Pay-TV-Betreiber Dish erwägt wohl eine Offerte für T-Mobile US – damit scheint der Bieterkampf um die Telekom-Tochter eröffnet. Denn auch Sprint wird als möglicher Käufer gehandelt.
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New York/FrankfurtDie Deutsche Telekom darf auf ein lukratives Ende ihres US-Abenteuers hoffen: Der amerikanische Satelliten-Fernsehanbieter Dish nimmt Insidern zufolge den Telekom-Ableger T-Mobile US ins Visier. Damit könnte sich ein Bieterrennen anbahnen, denn bereits dem Rivalen Sprint wird ein Kaufinteresse nachgesagt. Eine Übernahme könnte dem Bonner Konzern schnell einen zweistelligen Milliarden-Betrag in die Kasse spülen: An der Börse ist die US-Tochter 22 Milliarden Dollar wert. Die Telekom könnte das Geld gut für den sehr teuren Ausbau der Datenautobahnen in Deutschland gebrauchen.

Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr exklusiv von drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen, Dish erwäge eine Offerte für den viertgrößten US-Mobilfunkanbieter und habe bereits mit den Bonnern über eine Übernahmevereinbarung gesprochen. Dish habe über ein Gebot noch nicht entschieden, werde aber nicht zurückstehen, sollte Sprint für T-Mobile US bieten. Der Bonner Konzern und Dish wollten sich nicht zu dem Bericht äußern.

Ein Verkauf an Dish hätte für den designierten Telekom-Chef Timotheus Höttges einen klaren Vorteil: Das Risiko eines Vetos der US-Kartellbehörden wäre überschaubar, da Dish nicht auf dem US-Mobilfunkmarkt aktiv ist. Ein Deal mit Sprint wäre hingegen ein Drahtseilakt. Hintergrund ist die harte Haltung der US-Behörden, die Fusionen zwischen Mobilfunknetzbetreibern sehr skeptisch sehen.

Das „Wall Street Journal“ hatte zuletzt berichtet, Sprint bereite ein milliardenschweres Übernahmeangebot für die Telekom-Tochter vor. Der drittgrößte US-Handynetzbetreiber wolle damit Anschluss an die Platzhirsche Verizon Wireless und AT&T finden, die doppelt so viele Kunden zählen. Die Marktführer locken Handy-Kunden besonders mit ihrem landesweit gut ausgebauten Netzen. Gegen das Duo haben bislang weder Sprint noch T-Mobile USA ein Rezept gefunden. Das schlägt sich in den Bilanzen nieder: Im dritten Quartal erzielte T-Mobile US eine operative Umsatzrendite von 26 Prozent. Bei Verizon lag die Kennzahl mit 51 Prozent doppelt so hoch.

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