Telekom-Tochter
Letzte Bieterrunde im Kampf um Scout-Portale

Das Wettbieten um Scout24 geht in die letzte Runde: Die Telekom erwartet bis Montag die letzten Angebote für die Internet-Anzeigengruppe. In der Finanzbranche sorgt der Deal schon jetzt für Vorfreude.
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FrankfurtDer Verkauf der Telekom-Tochter Scout24 könnte sich Bankenkreisen zufolge noch in diesem Monat entscheiden. Die Telekom erwarte die endgültigen Gebote für die Internet-Anzeigengruppe bis Montag, sagte ein mit der Sache vertrauter Banker. Nach Sichtung der Offerten könnte es ein bis zwei Wochen dauern, bis feststehe, wer den Zuschlag für exklusive Gespräche bekomme. Im Rennen um das insgesamt bis zu 1,8 Milliarden Euro teure Unternehmen befänden sich noch die drei Finanzinvestoren EQT, Silverlake und Hellman & Friedman, sagten mehrere Insider.

Die Parteien ringen nicht nur um den Preis: Die Telekom wollte sich ursprünglich nur von 30 Prozent der Scout-Anteile trennen, hat allerdings den Bietern die Möglichkeit eingeräumt auch Offerten für 70 Prozent einzureichen. Die Interessenten hatte Zweifel geäußert, ob ein Minderheitsanteil ausreichen würde, um die Ausrichtung der Geschäfte der Anzeigenportale wie „Immoscout24“ und „Autoscout24“ zu beeinflussen. Besonders EQT hatte sich dafür stark gemacht, für 70 Prozent bieten zu dürfen, sagte einer der Banker.

Die Telekom, EQT und TPG wollten sich nicht äußern. Hellman & Friedman sowie Silverlake waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Deal sorgt in der Finanzbranche bereits für Vorfreude. Banken seien derzeit dabei, Finanzierungspaket von bis zu 750 Millionen Euro für die Bieter zu schnüren, sagten Banker. Gleichzeitig ist auch die Telekom nicht untätig. Der Bonner Konzern arbeitet nach früheren Reuters-Informationen daran, Scout24 mit einem Gesellschafterdarlehen ausstatten, allerdings zu hohen Zinsen.

Der aussichtsreichste Bieter Axel Springer verabschiedete sich Anfang September wegen der hohen Kaufsumme aus dem Rennen. Banker halten es nicht für ausgeschlossen, dass Springer nur pokert um in letzter Minute in das Wettbieten einzusteigen. Die Telekom braucht das Geld aus dem Scout-Verkauf. Dieser soll genug einspielen, um einen Teil des milliardenteuren Netzausbaus in Deutschland und den USA zu finanzieren. Aus strategischer Sicht fällt ihr der Abschied nicht leicht: Internetgeschäfte wie Scout24 sollten eigentlich die Umsatzdelle im alten Telefongeschäft ausbügeln.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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