Telekom-Tochter
Sprint will T-Mobile nun doch nicht mehr

Das US-Unternehmen Sprint steigt aus dem Bieter-Kampf um die Tochter der Deutschen Telekom T-Mobile US aus. Letztlich seien die kartellrechtlichen Hürden zu hoch. Nun ist der französische Interessent Iliad am Zug.
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New YorkDer US-Mobilfunker Sprint hat einem Insider zufolge sein Übernahmeangebot für die amerikanische Tochter der Deutschen Telekom wegen kartellrechtlicher Hürden zurückgezogen. Beide Seiten seien zum Schluss gekommen, dass die Wettbewerbshüter einem Verkauf von T-Mobile US an Sprint zurzeit wahrscheinlich nicht zustimmen würden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag (Ortszeit).

Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, wird Sprint am Mittwoch auch einen Nachfolger für Konzernchef Dan Hesse benennen. Dem Bericht zufolge soll es sich dabei um den milliardenschweren Unternehmer Marcelo Claure handeln. Die Aktien von T-Mobile und Sprint brachen im nachbörslichen Handel ein.

Die Telekom will ihr einstiges Sorgenkind schon länger verkaufen und trifft dabei auch auf das Interesse des französischen Anbieters Iliad, der auf seinem Heimatmarkt ähnlich wie T-Mobile in den USA angestammten Konzernen mit niedrigeren Preisen Konkurrenz macht.

Das Pariser Unternehmen hatte unter anderem damit geworben, dass die Kartellbehörden der Übernahme wohl zustimmen würden. Zuletzt gab es die Meldung, dass Iliad plant, das Gebot für T-Mobile aufzustocken.

An den Kartellbehörden war bereits der Verkauf von T-Mobile an den Branchenzweiten in den USA, AT&T, im Jahr 2011 gescheitert. Wettbewerbshüter sind besorgt, dass die Preise für Verbraucher steigen könnten, wenn es drei statt vier große Anbieter gibt. Marktführer ist Verizon, während Sprint auf Platz 3 kommt und T-Mobile der Kleinste unter den Großen ist.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journals" gab es zwischen Sprint und der Telekom auch Meinungsverschiedenheiten über das Datum, an dem beide Seiten das Vorhaben hätten aufgeben können, wenn der Zusammenschluss bis dahin nicht geklappt hätte. Dies habe zur Entscheidung beigetragen, die Gespräche zu beenden. Nach Reuters-Informationen schließen beide Seiten nicht aus, dass es in Zukunft zu einer Konsolidierung auf dem US-Markt kommen könnte.

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  • Worin besteht bei T-Online das Problem sic am US Markt zu behaupten? Ob Spanier, Engländer, Franzosen oder Niederländer... alle haben es inzwischen geschafft an T-Online weltweit vorbeizuziehen... Alle Ex-POST Unternehmen scheinen nur den deutschen Mart richtig zu können weil da die damaligen Monopolstellungen für eine gewisse Marktabsicherung gesorgt haben... Globales Denken oder Denken in anderen Märkten scheint nicht vorgesehen zu sein, wohl doch noch zu viele Ex-Beamte an Bord. DHL hat schon eine super Bauchlandung in den USA hingelegt, damals hat man wie ich weiss auf externe Berater verzichtet, die eigenen Leute wusste alles Besser... Milliarden Pleite... T-Online scheint es ebenfalls nicht hinzubekommen... und so verkaufen wir ein Unternehmen nach dem anderen an die Ausländischen Konzerne die es merkwürdiger Weise schaffen erfolgreich zu sein auch außerhalb des eigenen Landes...

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