Telekom-Unternehmen
Telekom Austria verfehlt Markterwartungen

Die Telekom Austria hat im ersten Quartal 2009 weniger verdient. Das größte Problem war der Mobilfunk. Hier sanken die durchschnittlichen Umsätze pro Kunden.

HB WIEN. Die Erlöse sanken im ersten Quartal um fünf Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) ging auf 454,8 (485,7) Mio. Euro zurück, wie die TA am Mittwoch mitteilte. Unter dem Strich fiel der Gewinn um gut ein Drittel auf 85,3 Mio. Euro. Der Konzern hat damit den Konsensus von 109 Mio. Euro verfehlt.

Österreichs Ex-Monopolist hat aber seine Prognose für das operative Ergebnis im Jahr 2009 von 1,9 Mrd. Euro bekräftigt. Analysten halten dieses Ziel für ambitioniert. Im Mobilfunkbereich gewann die TA 13 Prozent neue Kunden. 17,9 Mio. Menschen nutzen nun die Dienste des Konzerns in Österreich, Kroatien, Slowenien, Bulgarien, Weißrussland, Serbien und Mazedonien.

Der Umsatz stagnierte aber bei 790,3 Mio. Euro, weil der Wettbewerb der Betreiber in allen Ländern die Tarife drückt und behördlich verordnete niedrigere Roaming-Tarife weniger Erlöse brachten. In allen großen Märkten, vor allem in Osteuropa, sank deshalb der Umsatz pro Kunden. Das Bereichs-Ebitda ging deshalb um 8,1 Prozent auf 306,3 Mio. Euro zurück, nachdem der Mobilfunkbereich jahrelang mit starkem Gewinnwachstum glänzte.

Die Lage in der nur im Inland tätigen Festnetz-Sparte hat sich stabilisiert. Der Umsatz sank um zehn Prozent auf 470 Mio. Euro, weil die Sprachminuten um elf Prozent fielen und der Umsatzrückgang durch mehr Breitbandanschlüsse und Bündelprodukte - Festnetz, Mobilfunk und Internet - nicht kompensiert werden konnten. Das Ebitda blieb aber mit 158 Mio. Euro stabil, nachdem der Gewinn der Sparte jahrelang stark rückläufig war.

Nicht nur die TA spürt die Rezession. Vor zwei Wochen hatte die France Telecom weniger Quartalsgewinn gemeldet, weil sich vor allem das Geschäft in Osteuropa abkühlt. Die Deutsche Telekom hat erst jüngst eine Gewinnwarnung ausgegeben und unter anderem Probleme in Polen als Begründung genannt.

Die TA hat wegen des anhaltenden Wettbewerbes im Mobilfunk die Umsatzprognose 2009 modifiziert und geht nun von etwas weniger als die ursprünglich prognostizierten 5,1 Mrd. Euro aus. Die Ebitda-Prognose soll halten, weil man die Kosten proportional zum Umsatzrückgang senken will. Die Aktionäre sollen bis 2012 zudem zumindest jeweils 0,75 Euro Dividende je Aktie erhalten, versprach die TA erneut.

Dieses Dividendenversprechen sieht JP Morgan positiv. Anleger wollen wieder in Telekommunikationsunternehmen mit Engagement in Osteuropa investieren. Mit der Mindestdividende sei das insgesamt ein guter Mix, sagte Analyst Hannes Wittig. Bernd Maurer von der Raiffeisen Centrobank sieht das durchschnittliche Nutzungsentgelt negativ. „Die niedrigeren verfügbaren Einkommen schlagen auch auf die Telcos durch“, sagte der RCB-Analyst.

Analysten halten die Prognose für ambitioniert, aber machbar. Nach einem schwächeren ersten Quartal sei die Aufgabe aber nicht leichter geworden, sagte Remis.

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