Telekom-Unternehmen
Wettbewerber profitieren von klarem Fokus

Zu viel Personal, zunehmend gesättigte Märkte, schrumpfende Umsätze in der Heimat und ein intensiver Wettbewerb. Die europäischen Ex-Telekom-Monopolisten stehen alle vor ähnlichen Problemen. Doch anders als der zurückgetretene Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke haben es einige Konzernchefs besser verstanden, ihren Unternehmen ein klares Profil zu geben.

DÜSSELDORF. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke mag wegen strategischer Entscheidungen in die Kritik geraten sein. Ein Vergleich des Konzerns mit europäischen Wettbewerbern aber zeigt: Ricke hat keinen schlechten Job gemacht. Nachdrücklich reduzierte er die Schulden des Konzerns, die sein Vorgänger Ron Sommer während des Internetbooms angehäuft hatte (siehe Kasten). Auch beim Vergleich der Nettoergebnisse sieht die Deutsche Telekom besser aus als die anderen Ex-Monopolisten: Ricke steigerte den Gewinn seines Unternehmens stärker als seine europäischen Kollegen. Beim Umsatzzuwachs allerdings hängt die spanische Telefónica die Telekom ab; ebenso beim Aktienkurs. Grund sind die Zukäufe der Spanier, die so ihre Einnahmen steigerten und den Märkten eine vielversprechende Wachstumsstory präsentierten.

Genau da hapert es bei der Telekom. Ricke hat es nicht geschafft, ihr eine überzeugende Zukunftsperspektive zu geben.

Die europäischen Ex-Telekom-Monopolisten stehen alle vor ähnlichen Problemen: Zu viel Personal, zunehmend gesättigte Märkte, schrumpfende Umsätze in der Heimat und ein intensiver Wettbewerb. In dieser Lage haben es einige Konzernchefs aber besser als Ricke verstanden, ihren Unternehmen ein klares Profil zu geben.

Beispiel Telefónica: Die Spanier setzen auf Expansion im Ausland. Sie haben sich schon früh in Schwellenländern engagiert und sind heute stark in Latein- und Südamerika vertreten, wo ein Drittel ihres Umsatzes herkommt. Dort sind die Märkte weniger gesättigt als in Europa und bieten noch beachtliches Wachstumspotential. Auch bei europäischen Zukäufen gingen die Spanier beherzter vor. So schnappten sie der Deutschen Telekom im Sommer den britischen Mobilfunker O2 vor der Nase weg. Steuerliche Vorteile erleichtern ihnen solche Akquisitionen – Telefónica kann höhere Summen bieten als die Konkurrenz.

Die Auslandsstrategie der Deutschen Telekom halten Experten für zu defensiv. Zu seinen Auslandsplänen befragt, wiederholt Ricke stets, er plane nur dann Zukäufe, wenn er dadurch bestehende Beteiligungen aufwerten könne. Diese Kriterien trafen in den vergangenen 18 Monaten nur auf einen Mobilfunker in Österreich zu, den die Telekom gekauft hat.

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