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13.05.2007 

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Ausriss des Briefes von Strafverteidiger Vargha an die Bundesnetzagentur.

Der Streit könnte als Sturm im Wasserglas enden. Trotz der Gesetzesnovelle will die Bonner Bundesnetzagentur die Deutsche Telekom verpflichten, den Wettbewerbern Zugang zum Glasfasernetz zu gewähren. Der Anfang April veröffentlichte Entwurf einer Regulierungsverfügung gesteht den Wettbewerbern erstmals das Recht zu, die Leerrohre der Telekom mitzubenutzen. Wo es keine Rohre gibt, sollen die Konkurrenten sogar Zugang zu den Glasfaserleitungen der Telekom bekommen.

Telekom-Chef René Obermann kann damit alle Vorgaben seines Vorgängers als unerfüllbar abhaken. Wegen technischer Schwierigkeiten musste der ursprünglich zur Fußball-Weltmeisterschaft geplante Start verschoben werden. Wegen schlechter Bedienbarkeit und Störanfälligkeit fiel die Zahl der T-Home-Bestellungen weit hinter Plan zurück. Und auch bei der Regulierungsdiskussion verlässt die Telekom nun offenbar nicht als Sieger den Platz. "Eigentlich müsste Obermann den VDSL-Ausbau sofort stoppen", sagt ein Telekom-Manager. "Die Investition rentiert sich nicht."

In Obermanns internen Planungen spielt das VDSL-Netz trotzdem eine Schlüsselrolle. Mit dem besten Netz, den besten Produkten und dem besten Service will der Telekom-Chef das Vertrauen der Kunden und Investoren zurückgewinnen. Kundenschwund und Preisverfall schlagen voll auf den Umsatz der Festnetzsparte T-Com durch. Wenn es Obermann nicht schafft, durch hochwertige Exklusiv-Dienste neue Einnahmequellen zu erschließen, droht der Monatsumsatz pro Festnetzkunde um weitere 5 Euro auf 35 Euro abzustürzen. Die nächste Gewinnwarnung wäre kaum noch abzuwenden.

Die größten Risiken lauern im laufenden Geschäftsjahr. Der Kundenschwund hält nicht nur unvermindert an, er beschleunigt sich sogar noch. Im ersten Quartal, lassen Telekom-Führungskräfte durchblicken, haben weitere 600 000 Telekom-Kunden ihren Anschluss gekündigt. Das sind rund 100 000 mehr als zu Beginn des vergangenen Jahres. Hält der Trend an, dann verliert die Telekom im laufenden Geschäftsjahr nicht zwei Millionen, sondern 2,4 Millionen Kunden an die Konkurrenz. Ein Fiasko für Obermann, der gehofft hatte, die Kundenverluste stabilisieren oder vielleicht sogar etwas abmildern zu können.

Die Frust bei den Kunden sitzt tief. Und schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Gut 42 Prozent der WirtschaftsWoche-Leser, so das Ergebnis der jüngsten Online-Befragung (WirtschaftsWoche 17/2007), glauben nicht mehr an einen besseren Service und sind schon bei der Konkurrenz oder auf dem Weg dorthin. Weitere knapp 36 Prozent warten noch ab, drohen aber ihren Wechsel zur Konkurrenz an, wenn sich nicht bald etwas ändert.

Dabei fängt der Preiskampf gerade erst an. Anbieter wie der TV-Kabelnetzbetreiber Kabel Baden-Württemberg locken schon mit Einstiegspreisen von unter 30 Euro pro Monat und sind damit 20 Euro preiswerter als die Deutsche Telekom. Damit der Abstand zu den Discountern nicht zu groß wird, ist T-Com noch vor der Sommerpause zu weiteren Preisnachlässen gezwungen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Super-Schnäppchen-Angebote.

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