Telekom vs. Verdi
„Beide Seiten haben Federn gelassen“

Nach wochenlangen Streiks und zähen Verhandlungen haben die Deutsche Telekom und die Gewerkschaft Verdi im Konflikt um die Auslagerung von 50 000 Service-Mitarbeitern einen Kompromiss erzielt. Während auf die Mitarbeiter harte Einschnitte zukommen, hat auch die Telekom kräftig einstecken müssen. Dennoch: Die Aktionäre zeigten sich kurz nach der Einigung zufrieden.

lou/HB BAD NEUENAHR. Im Zuge der Einigung werden die Mitarbeiter in den neuen Gesellschaften 38 Stunden und damit vier Stunden länger als bislang arbeiten. Zudem wird ihr Gehaltsniveau um 6,5 Prozent gesenkt. Das werde jedoch durch Ausgleichszahlungen abgefedert, wie Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder und Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger am Mittwoch in Bad Neuenahr erläuterten. Im Gegenzug sind die Mitarbeiter bis Ende 2012 vor Kündigungen geschützt.

In den vergangenen Wochen hatte die Telekom ihr Angebot mehrmals nachgebessert. Ursprünglich wollte Konzernchef René Obermann die Gehälter um 12 Prozent senken, dann um neun. Der Kündigungsschutz sollte erst bis 2010, dann bis 2011gelten.

„Die Beschäftigten können darauf vertrauen, dass auf dem Weg in die neuen Gesellschaften kein Griff in ihre Geldbeutel erfolgt“, sagte Verhandlungsführer Schröder. Die Anhebung der Wochenarbeitszeit sei bitter, führe aber nicht zu einem Personalabbau, sondern zu einer Rücknahme von fremdvergebenen Aufträgen. Bei den Einstiegsvergütungen sei ein Einbruch vermieden worden. Er werde in der Großen Tarifkommission um Zustimmung werben, sagte Schröder. Diese kommt gegen Mittag in Köln zusammen. Verdi hatte vor mehr als fünf Wochen zu einem unbefristeten Streik gegen die Telekom aufgerufen, an dem sich täglich bis zu 15 000 Mitarbeiter beteiligt hatten.

Die Arbeitszeiterhöhung erlaube einen „kräftigen Produktionszuwachs“. Zudem werde der Service flexibler, weil künftig in den Call-Centern und in den technischen Bereichen, für die die neue Vereinbarung gilt, auch Samstag gearbeitet werde.

„Beide Seiten haben Federn gelassen“, sagte Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger. Er sprach von einem guten Kompromiss. Die erzielten Einsparungen bis 2010 lägen im Zielkorridor von jährlich zwischen 500 und 900 Mill. Euro. Sattelberger sagte, mit der Einigung werde der Konzern deutlich wettbewerbsfähiger.

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