Telekom wechselt Bildlieferanten
Bundesliga: Telekom gibt Premiere einen Korb

Die Deutsche Telekom will nach Informationen des Handelsblatts die Produktion für Übertragungen der Fußball-Bundesligaspiele im Internet aus strategischen Gründen nicht mehr an ihren bisherigen Partner vergeben. Der Wegfall des Produktionsauftrages wäre für Premiere gleich in doppelter Hinsicht eine herber Verlust.

DÜSSELDORF. "Bei Premiere wäre das Produkt identisch. Der Kunde könnte nicht mehr unterscheiden, ob die Fußballbilder von der Telekom oder von Premiere sind", hieß es in Telekom-Kreisen. Christian Illek, Bereichsvorstand Marketing bei T-Home, setzt mit der angestrebten Trennung auf ein eigenes inhaltliches Angebot. Denn Premiere, Tochter des Medienkonzerns News Corp., ist durch den Erwerb der Internetrechte ab der kommenden Saison erstmals auch ein direkter Konkurrent der Deutschen Telekom im Internet.

Ein Votum Illeks gab es bis Redaktionsschluss noch nicht. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen in Berlin soll die Entscheidung erst in der Nacht zum Donnerstag fallen. Am Mittwoch wollte sich keiner der Beteiligten zum Verhandlungsstand äußern. Für Donnerstag hat die Deutsche Telekom eine Pressekonferenz angekündigt.

Der Wegfall des Produktionsauftrages wäre für Premiere eine herber Verlust. Denn damit ginge ein Umsatzvolumen nach Angaben aus Verhandlungskreisen von rund 20 Mio. Euro pro Saison verloren. Außerdem verlöre der Krisen geschüttelte Bezahlsender sein bisheriges Quasi-Monopol auf die Live-Berichterstattung der Fußball-Bundesliga. Premiere produziert bislang für die Telekom die Live-Übertragung im Internet. "Premiere ist ein hoch professioneller Partner", lobte ein Telekom-Insider die bisherige Zusammenarbeit.

Strategiewechsel der Telekom

Doch nun hat sich offenbar der Bonner Konzern aus strategischen Gründen gegen Premiere entschieden. Denn die Telekom hat im Internetfernsehen (IPTV) ehrgeizige Pläne. Die Kundenzahl für T-Home soll bis Jahresende auf eine Million verdoppelt werden. Nach Unternehmensangaben zählte T-Home zum Jahresende lediglich 500 000 Kunden. Das Fernsehen über das Telefonkabel ist seit Jahren ein Sorgenkind im Konzern. Bislang haben sich die einst hohen Erwartungen nicht erfüllt.

Die Telekom vergibt nun die Produktion der Fernsehbilder für das IPTV ab der Saison 2009/2010 für vier Spielzeiten. Der Magenta-Konzern hatte die IPTV-Rechte für jährlich rund 25 Mio. Euro von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erworben. In den vergangenen Jahren hatte die Telekom unverändert die Bilder von Premiere übernommen.

Ein Abschied von Premiere bedeutet für die Telekom eine Abkehr von ihrer bislang weitgehend erfolglosen Strategie. Der neue Dienstleister soll inhaltlich und konzeptionell ein komplett neues Angebot dem Kunden ins Haus liefern und somit Bundesligafans von Premiere zur Telekom locken. "Wenn wir uns von Premiere als Partner trennen, starten wir als Newcomer. Dann werden die Karten komplett neu gemischt", hieß es gestern in Telekom-Kreisen.

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