Die Deutsche Telekom hat im vergangenen Jahr dank ihres Sparkurses die eigenen Finanzziele leicht übertroffen. Während ein Sorgenkind weiter belastet, konnte der Konzern besonders im Mobilfunkgeschäft punkten. Konzernchef René Obermann erwägt weitere Kostensenkungen.
HB BONN. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag 2007 mit 19,3 Mrd. Euro zwar um 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Telekomkonzern am Donnerstag in Bonn mitteilte. Als Ziel hatte die Telekom
aber rund 19 Mrd. Euro ausgegeben. Die Einsparungen übertrafen mit 2,3 Mrd. Euro die von Telekom
-Chef Rene Obermann für 2007 ausgegebenen Kostensenkungen von zwei Mrd. Euro deutlich. Auch die frei verfügbaren Mittel lagen mit 6,6 Mrd. Euro leicht über den angepeilten rund 6,5 Mrd. Euro.
Für 2008 geht der Telekomriese weiter davon aus, bei operativem Gewinn und Free Cash Flow im Vergleich zum abgelaufenen Jahr nicht weiter draufsatteln zu können. Grund seien Investitionen, wie der Ausbau des Mobilfunknetzes in den USA sowie Kosten für das Breitbandangebot im Inland, mit denen sich die Telekom
gegen die wachsende Konkurrenz behaupten will. Allerdings sind die Prognosen jetzt leicht höher, weil die Finanzkennzahlen 2007 besser als gedacht ausfielen.
Das Weihnachtsquartal zeigte ein gemischtes Bild. Nur das Mobilfunkgeschäft verhinderte einen stärkeren Umsatzrückgang im vierten Quartal. Die Erlöse im Konzern gingen von Oktober bis Dezember um 0,6 Prozent auf 15,8 Mrd. Euro zurück. Das bereinigte Ebitda stieg hingegen um 1,4 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro. Die Zahlen lagen damit im Rahmen der Analystenprognosen. Unter dem Strich verblieb im Schlussquartal ein Verlust von 757 Mill. Euro. Im Gesamtjahr stand ein Gewinn von 569 Mill. Euro zu Buch, nach rund 3,2 Mrd. Euro 2006. Die Telekom
machte dafür Steuereffekte verantwortlich.
Das Mobilfunkgeschäft legte im vierten Quartal um 4,4 Prozent auf 8,8 Mrd. Euro zu, verlor jedoch beim bereinigten Ebitda 2,8 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro. Federn ließen erneut das Breitband/Festnetzgeschäft ("T-Home") sowie die Geschäftskundensparte T -Systems, die wegen des harten Wettbewerbs am Heimatmarkt beim Umsatz 8,8 und 6,5 Prozent einbüßten. Während T-Home das bereinigte Ebitda jedoch leicht verbessern konnte, brach der operative Gewinn bei der Geschäftskundensparte T -Systems um 15,8 Prozent auf 230 Mill. Euro ein.
Bei der Suche nach einem Partner für T -Systems
sieht Obermann die Telekom
auf gutem Weg. Der Konzern stehe in "sehr weit fortgeschrittenen Gesprächen" und gehe davon aus, "in Kürze eine Vereinbarung abschließen zu können". Namen möglicher Partner nannte der Vorstandschef zunächst nicht.
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Die T-Aktien legten zu Handelsbeginn leicht zu. "Die Aktien sind gesucht", erklärte ein Händler. "Alles lag etwas über den Erwartungen."
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Um den Konzern wettbewerbsfähiger zu machen, erwägt Deutsche-Telekom
-Chef
Rene Obermann weitere Kostensenkungen. Im laufenden Programm sollen bis 2010 Einsparungen von bis zu 4,7 Mrd. Euro erreicht werden. "Sollten sich weitere Potenziale ergeben, werden wir sie nutzen", kündigte Obermann am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz laut Redetext an.
Mehr als die Hälfte der 2007 um 2,3 Mrd. Euro eingesparten Kosten, erzielte die Telekom
im Breitband- und Festnetzgeschäft. 40 Prozent habe sie durch geringere Personalkosten gespart, erläuterte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick.
Die Telekom
hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Beschäftigten bis zum Jahresende um 32 000 Mitarbeiter zu reduzieren - ohne betriebsbedingte Kündigungen. Insgesamt hätten im vergangenen Jahr 14 400 Mitarbeiter die Telekom
verlassen, über Vorruhestands-, Altersteilzeit- und Abfindungsprogramme, natürliche Fluktuation, Ruhestand und den Verkauf von Geschäftsbereichen. So trennte sich die Telekom
von Call-Centern, sagte Obermann.
Der Personalaufwand im Inland sei um acht Prozent auf 9,5 Mrd. Euro gesunken. Darin spiegelten sich auch schon erste Effekte der Auslagerung von rund 50 000 Service-Mitarbeitern in konzerneigene Gesellschaften wider.
Den Einsparungen stehen jedoch Investitionen etwa in den Vertrieb oder das Marketing sowie Zukäufe gegenüber. Ingesamt habe sich die Kostenbasis im Jahr 2007 um 1,2 Mrd. Euro erhöht, erläuterte Eick.

