Telekom will Telefonbuchtochter DeTeMedien nicht verkaufen
DeTeMedien wird nicht verkauft

Die „Gelben Seiten“ und andere Telefonverzeichnisse werden auch in Zukunft von der Telekom selbst herausgegeben. Das Unternehmen habe entschieden, die dafür zuständige Tochtergesellschaft DeTeMedien entgegen früheren Überlegungen nicht zu verkaufen, teilte die Telekom am Mittwoch in Bonn mit.

HB BONN. „Die vorgelegten Angebote für den Verkauf (von DeTeMedien) werden nicht weiter verfolgt“, teilte die Telekom am Mittwoch in Bonn mit. Es sei geplant, mit den regionalen Verlegern der Telefonbücher weitere Angebote zu entwickeln. Von der Absage des zum Schuldenabbau in Erwägung gezogenen Verkaufs der Telefonbuch-Tochter seien die Finanzziele des Konzerns nicht betroffen. Die Telekom will ihre Schulden bis Jahresende auf rund 50 bis 53 Mrd. € senken und hatte nach Anteilsverkäufen und Kostensenkungen bereits zur Jahresmitte einen Schuldenstand von rund 53 Mrd. € erreicht. Binnen zwei Jahren sank die Verschuldung damit um rund 18 Mrd. €.

Bereits Mitte Mai hatte die Telekom angekündigt, dass sie im laufenden Jahr vorrangig Immobilien veräußern werde, da der Schuldenabbau gut voran gekommen sei. Den in Erwägung gezogenen Verkauf von Rundfunk- und Mobilfunkmasten hatte die Telekom bereits damals abgesagt. Der Konzern müsse sich nicht mehr um jeden Preis von nicht-strategischen Beteiligungen trennen, hatte die Konzernführung betont.

DeTeMedien ist eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Telekom, die gemeinsam mit rund 100 regionalen und lokal orientierten Verlagshäusern in Deutschland Telefonbücher und Branchenverzeichnisse in gedruckter und elektronischer Form produziert und vermarktet. Der zuletzt ausgewiesene Jahresumsatz betrug 350 Mill. €. Das operative Ergebnis (Ebitda) von DeTeMedien belief sich nach Angaben von Kaufinteressenten auf rund 100 Mill. €.

Ein Konsortium von Verlagshäusern hatte zu Jahresbeginn eine Übernahme von DeTeMedien erwogen und war bereit, rund eine Milliarde Euro zu bezahlen. Andere Auskunftsanbieter wie die britische Yell, Telegate oder der italienische Anbieter Seat Pagine hatten hingegen kein Interesse.

Ende Mai hatte sich DeTeMedien als Marktführer in Deutschland verstärkt und hatte von der Konzernschwester T-Online den Internet-Auskunftsdienst T-Info für 86 Mill. € erworben. T-Info bietet seit März 2001 im Internet kostenlose Auskünfte unter anderem über Telefon- und Faxnummern, Adressen und sonstige Brancheninformationen.

An der Börse wurden die Telekom-Aktien mit einem Abschlag von rund 0,5 % bei 13,22 € gehandelt, während der Branchenindex Dow Jones Stoxx Telecom und der deutsche Aktienmarkt moderate Zuwächse verzeichneten.

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