Die Verhandlungen der Telekom mit der griechischen Regierung hatten sich über Wochen hingezogen. Der Konzern hatte es zur Bedingung gemacht, so viel Einfluss auf das operative Geschäft der OTE zu erhalten wie nötig, um das Unternehmen konsolidieren zu können. Wie der griechische Finanzminister George Alogoskoufis erläuterte, darf die Telekom den Chef von OTE bestimmen. Vom griechischen Staat übernimmt die Telekom drei Prozent der OTE-Anteile für rund 0,43 Mrd. Euro. An die Einigung mit der Regierung hatten die Bonner die bereits angekündigte Übernahme von knapp 20 Prozent an OTE geknüpft, die der Investor Marfin Investment hielt, die nun für 2,55 Mrd. Euro an die Telekom gingen. Weitere zwei Prozent der Aktien werde der Konzern am Markt erwerben. Damit hält die Telekom dann 25 Prozent plus einer Aktie.
Zudem vereinbarten die Partner Andienungs- und Vorkaufsrechte. Die Regierung könne ab Oktober 2008 über einen Zeitraum von zwölf Monaten der Telekom weitere fünf Prozent an OTE anbieten zu einem Preis von 27,50 Euro je Aktie oder rund 0,67 Mrd. Euro. Eine zweite Put-Option halte die Regierung bis 2011 für weitere zehn Prozent der OTE-Anteile. Zudem habe der griechische Staat der Telekom ein allgemeines Vorkaufsrecht über seine Anteile an der OTE eingeräumt. Die Telekom hatte betont, dass sie nicht an einer Komplettübernahme von OTE interessiert sei. Ein Angebot an die übrigen Aktionäre müsste der Konzern auch nicht unterbreiten, wenn er über die dafür relevante Schwelle von 33 Prozent komme, erläuterte ein Sprecher. Grund sei, dass die Anteile dann aus der OTE-Privatisierung stammen würden und nicht vom Markt kämen.

