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29.01.2007 
Kursverluste nach Prognosesenkung

Telekom zieht eine ganze Branche runter

Schon am Sonntag hatte die Deutsche Telekom die Anleger darauf vorbereitet, dass der Gewinn in diesem Jahr unter den bisherigen Prognosen liegen werden. Am Montag ziehen die Börsianer daraus die Konsequenzen – und nicht nur der ehemalige bundesrepublikanische Staatskonzern leidet.

Die europöischen Telekommunikations-Firmen haben am Montag Kursverluste hinnehmen müssen. Foto: dpaLupe

Die europöischen Telekommunikations-Firmen haben am Montag Kursverluste hinnehmen müssen. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Während die paneuropäischen Stoxx-Indizes leicht im Plus notierten, fiel der Telekom-Branchenindex der Stoxx-Familie um 1,2 Prozent. Im Stoxx50 für die größten börsennotierten europäischen Unternehmen führten die T-Aktien mit einem Abschlag von rund 5 Prozent die Verliererliste an. Die Aktien der France Telecom und der britischen Vodafone lagen mit Abschlägen von je 1 Prozent direkt dahinter. Auch die britische BT Group und die spanische Telefonica verloren gegen den Trend.

Seit etwa einem halben Jahr sind Telekomtitel bei den Anlegern wieder beliebter. Der Branchenindex hat in den vergangenen sechs Monaten etwa 30 Prozent zugelegt. „Was die Telekom gestern erklärt hat, ist zwar unternehmensspezifisch, aber es beleuchtet dennoch die Probleme im deutschen Markt. Davon könnten auch einige europäische Konzerne betroffen sein“, erklärte ein Analyst in London die Kursreaktionen.

Der Bonner Konzern hatte am Sonntag seine Gewinnprognose gesenkt – das zweite Mal binnen einen halben Jahres. Eine Reihe von Banken senkte daraufhin am Montag ihre Empfehlungen für die Aktien der Deutschen Telekom.

Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von rund 19 Mrd. Euro statt bislang bis zu 20,2 Mrd. Euro. Im zurückliegenden Jahr habe die Telekom nach vorläufigen Zahlen dagegen ihr Ergebnisziel erreicht, sagte der neue Vorstandsvorsitzende René Obermann.

Angesichts des „weiter aufgeheizten Wettbewerbs sowohl im Breitband- als auch im Mobilfunkbereich in Deutschland“ müsse die Telekom „zusätzlich in den Markt investieren“, begründete Obermann die gesenkte Prognose. Zum einen soll der Service mit viel Geld verbessert werden, zum anderen werden Preise gesenkt. Dazu kommt, dass der schwache Dollarkurs die Zuwächse im weiterhin kräftig wachsenden Mobilfunkgeschäft der Telekom in den USA teilweise schluckt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Festnetz-Telefon verliert, Internet gewinnt.

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