Telekomanbieter
KPN will noch mehr Kosten senken

Der Chef des niederländischen Telekomanbieters KPN, Ad Scheepbouwer, geht mit seiner Branche hart ins Gericht: Telekomunternehmen achteten nicht genügend auf ihre Kosten und seien nicht innovativ, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Bei KPN sieht er trotz bereits erfolgter Einschnitte weiter Potential für Kostensenkungen.

DÜSSELDORF. „Wir können noch mehr schaffen“, versichert er. Die Mutter des deutschen Mobilfunkers E-Plus rechnet in diesem Jahr konjunkturbedingt mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau – also 14 Mrd. Euro. 2010 wollte KPN ursprünglich mehr als 15 Mrd. Euro Umsatz erzielen. Jetzt rechnen die Niederländer nur mit einem kleinen Umsatzanstieg gegenüber diesem Jahr. An der Prognose von 5,5 Mrd. Euro für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im kommenden Jahr hält KPN aber fest. 2008 wurde ein Wert von 5,0 Mrd. Euro erzielt. Für dieses Jahr nennt das Unternehmen keine konkrete Gewinnprognose, strebt hier aber dem eigenen Bekunden nach einen maßgeblichen Schritt nach vorne an.

Scheepbouwer geht davon aus, dass als Folge der Krise die Nachfrage der Geschäftskunden nachlassen wird und einige private Nutzer sich für billigere Tarife entscheiden werden. Auch die Deutsche Telekom hat wegen konjunktureller und operativer Probleme in einigen Auslandsmärkten ihre Prognosen gesenkt – auch für das Ebitda.

Analysten zweifeln am weiteren Sparpotential der Niederländer, weil sie in der Vergangenheit bereits kräftig aufgeräumt haben. Scheepbouwer, der seit September 2001 an der Spitze von KPN steht, gilt als harter Sanierer. „Leider glauben wir, dass KPN weniger Möglichkeiten hat als Wettbewerber, auf einen schwachen Umsatz zu reagieren, weil die Organisation schon schlanker aufgestellt ist als ihre Konkurrenten“, schreibt Wolfgang Specht von Sal. Oppenheim.

Scheepbouwer setzt stark auf das Outsourcing von Randbereichen. So hat E-Plus vor zwei Jahren als erster deutscher Anbieter das Management seines Netzes an Alcatel-Lucent ausgelagert. Aber der KPN-Chef fordert noch mehr: E-Plus müsse jetzt ebenso noch einmal an die Kosten ran wie die Mutter selbst. „Ein Fünftel unserer Mitarbeiter in den Niederlanden haben befristete Arbeitsverträge, da können wir ansetzen“, sagt er. „Aber auch im Einkauf oder bei der Verwaltung lässt sich noch kürzen.“ Zudem prüfe man, ob sich in den Niederlanden Teile des Festnetz-Managements auslagern lassen. Als Vorbild für seine Kürzungspläne dienen ihm andere Branchen. „Telekomanbieter sind nicht sehr kostenbewusst“, sagt Scheepbouwer. „Sie sind das schlechteste Beispiel, wenn es um Sparpotentiale geht, deshalb vergleichen wir uns lieber mit anderen Branchen, die geringere Margen haben und stärker auf ihre Ausgaben achten müssen.“ Er selbst habe lange in der Transport- und Logistikbranche gearbeitet, die viel eher als Vorbild diene.

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