Telekomanbieter
Telefonica will offenbar United Internet

Die Aktien von United Internet haben am Freitag mit einem Kurssprung auf einen Bericht über ein Kaufinteresse der spanischen Telefonica reagiert. Mit einem Plus rund 13 Prozent waren die Titel des deutschen Internetanbieters am Vormittag weitaus größte Gewinner im Technologieindex TecDax.

HB DÜSSELDORF. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, der spanische Telekommunikationskonzern interessiere sich sowohl für den Internetanbieter United Internet als auch für die Hamburger Telecom-Italia-Tochter Hansenet. Telefonica wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

United Internet steht bislang nicht zum Verkauf. Zu den größte Aktionären zählen Vorstandschef Ralph Dommermuth mit gut 36 Prozent und das Unternehmen selbst mit knapp neun Prozent.

Telecom Italia bestätigte erstmals die geplante Trennung von der deutschen Tochter Hansenet, die mit der Marke "Alice" auftritt. "Der Verkaufsprozess von Hansenet hat gerade erst begonnen; in dieser ersten Phase hält Telecom Italia Treffen mit mehreren Interessenten ab", sagte ein Konzernsprecher der Zeitung. Der hoch verschuldete italienische Telekommunikationskonzern hat im Dezember einen Verkauf von Unternehmensteilen angekündigt und bereits Hansenet mit deren Marke "Alice" auf den Prüfstand gestellt. In der Branche galt ein Verkauf schon länger als ausgemacht.

Als Interessenten für Hansenet wurden bisher verschiedene Konkurrenten gehandelt, darunter Telefonica und die Düsseldorfer Versatel. United-Internet-Chef Dommermuth hatte gesagt, sollte Hansenet zum Verkauf stehen, würde man sich das ansehen. Hansenet sei wegen der größeren Kundenbasis interessanter als das DSL-Geschäft von Freenet. Letzteres steht schon seit Monaten zum Verkauf. Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen hatte vor einigen Tagen zu dem Thema gesagt: "Hansenet ist interessant, weil das Unternehmen größer ist. Aber es gibt zurzeit keine konkreten Gespräche."

Der DSL-Markt ist hart umkämpft. Das Akquirieren von Kunden kostet viel Geld, weshalb sich ein Zukauf rentieren kann. Zugleich sind aber wegen des Preiswettbewerbs die monatlichen Erlöse pro Kunde stark gesunken, was sich auch in den Preisvorstellungen möglicher Käufer niederschlägt.

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