Telekomanbieter
Versatel fürchtet Gewinnrückgang

Versatel ist nach einem mauen Start ins Jahr 2009 wenig optimistisch: Der Telekomanbieter erwartet auch für das Gesamtjahr einen Umsatz- und Gewinnrückgang. Nun ergreift Versatel Maßnahmen und geht auch das Risiko ein, Kunden zu verlieren.

HB DÜSSELDORF. Als Begründung führte das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf bei der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag die angespannte Lage auf dem deutschen DSL-Markt an. Außerdem wolle sich Versatel im laufenden Jahr stärker auf Profitabilität konzentrieren. Dabei nimmt der DSL-Anbieter auch ein schwächeres Kundenwachstum in Kauf.

So soll im Gesamtjahr ein positiver Free Cashflow von mindestens 40 Mio. Euro erwirtschaftet werden, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte. Beim Umsatz rechnen die Düsseldorfer allerdings mit einem Rückgang auf gut 740 Mio. Euro nach 762 Mio. Euro im Jahr 2008. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll sich auf etwa 180 Mio. Euro (2008: 211 Mio. Euro) belaufen. Die Aktien rutschten am Vormittag 5,20 Prozent auf 5,65 Euro ab.

Wie anderen deutschen DSL-Anbietern macht Versatel der Preisdruck im Privat- und Geschäftskundensegment zu schaffen. Der ehemalige Vorstandschef Peer Knauer, der Ende April überraschend vom Aufsichtsrat abgesetzt worden war, hatte sich zuletzt gegen den harten Preiskampf bei DSL-Anschlüssen für Privatkunden gestemmt und betont, bei Billigangeboten und Schnäppchen nicht mitmachen zu wollen. Zum Ende des ersten Quartals kam Versatel entsprechend nur auf 712 000 DSL-Kunden, das waren lediglich 3 000 mehr als zu Jahresbeginn.

Einen leichten Umsatzanstieg im ersten Quartal bei den Geschäftskunden, wertete das Unternehmen unterdessen als "spürbare Erholung" und Ergebnis der Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, die das Unternehmen im vergangenen Jahr eingeleitet hatte. Besonders positiv sei erneut das Geschäft mit dem eigenen Netz (Wholesale) verlaufen. Verstatel vermietet seine DSL-Leitungen auch an Dritte. Finanzvorstand Max Padberg gab sich damit zufrieden: "Die Ergebnisse des zurückliegenden Quartals spiegeln unsere Ausrichtung auf eine Stärkung der Innenfinanzierungskraft wider und unterstreichen die finanzielle Flexibilität der Versatel AG."

Insgesamt gingen die Umsätze im abgelaufenen Quartal 1,7 Prozent auf 182 Mio. Euro zurück. Der bereinigte operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) sank um 3,6 Prozent auf 45,6 Mio. Euro. Unterm Strich blieb ein Minus von fast sieben Mio. Euro nach 30 Mio. Euro Verlust im Vorjahr. Das Nettoergebnis habe sich durch niedrigere Abschreibungen und Einmaleffekte verbessert. Der Free Cashflow belief sich auf rund 19 Mio. Euro.

Vorstandschef Knauer war Ende April durch den Dell-Manager Alain Bandle ersetzt worden. Der Aufsichtsrat sei der Auffassung, dass das Unternehmen in dieser Phase der Branchenentwicklung einen Vorstandsvorsitzenden mit anderen Fähigkeiten und Erfahrungen benötige, hieß es zur Begründung. Versatel ist in der Hand von Großaktionären wie United Internet und dem Finanzinvestor Apax. Aus diesem Grund liegt der Anteil der frei handelbaren Aktien nur noch bei rund acht Prozent und die Aktien mussten wegen der neuen Streubesitz-Regeln der Deutschen Börse ihren Platz im TecDax räumen.

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