Telekomaufsicht macht Auflagen
Mehr Wettbewerb beim französischen Mobilfunk

Die französische Telekomaufsicht Art will mehr Wettbewerb im Mobilfunk erzwingen: Die drei französischen Mobilfunker Orange France, Tochter von France Télécom, SFR (Vivendi/Vodafone) und Bouygues Télécom sollen verpflichtet werden, ihre Netze für so genannte Virtuelle Mobilfunkbetreiber (MVNO) zu öffnen, teilte die Art gestern mit.

ali PARIS. MVNO leihen sich Netzkapazitäten von einem Mobilfunkbetreiber und verkaufen Telefon-Tarife unter eigenem Namen. Die Telekomaufsicht begründete ihren Schritt mit, dem „signifikanten gemeinsamen Einfluss“ der drei Netzbetreiber im Markt. Sie leitete ihre Entscheidungsvorlage an die EU-Kommission weiter, die zustimmen muss.

Die Art gibt sich nicht mit den Verträgen zufrieden, die SFR und Orange bereits mit MVNO abgeschlossen haben. Debitel zum Beispiel nutzt das Netz von SFR. Und erst gestern kündigte Orange an, einen Vertrag über einen MVNO mit dem schwedischen Telekomdienstleister Tele2 geschlossen zu haben.

Das reicht der Art offenbar nicht. Die Aufsicht schreibt, dass es noch zu früh für ein Urteil darüber sei, ob diese Abkommen tatsächlich mehr Wettbewerb in den französischen Markt bringen. Nach der Ansicht von Analysten haben die neuen Anbieter kaum zu einer Verschiebung der Marktanteile geführt.

Verbraucherschützer beklagen bereits seit längerem das „Kartell“ der drei Mobilfunker, die den Markt unter sich aufgeteilt haben. Als ein Beleg dafür wird angeführt, dass Frankreich in Europa eine der niedrigsten Penetrationsraten mit Mobiltelefonen hat.

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