Telekomausrüster vor Fusion
Lucent und Alcatel geben gemischtes Bild ab

Im abgelaufenen Quartal hat der US-Telekomausrüster Lucent etwas mehr verdient als an der Wall Street erwartet. Hingegen ist der französische Telekomausrüster Alcatel bei Umsatz und Gewinn unter den Erwartungen der Analysten geblieben.

HB PARIS/NEW YORK. Das vermutlich letzte Quartal vor dem erwarteten Abschluss der Fusion zeige Alcatels starke Position beim Ausbau der Hochgeschwindigkeits-Datennetze, sagte Alcatel-Chef Serge Tchuruk am Dienstag. Der Umsatz in dem Bereich habe zugelegt. Dagegen sei das Geschäft mit drahtlosen Verbindungen zurückgegangen. Lucent profitierte dagegen nach eigenen Angaben im abgelaufenen Quartal von der Entwicklung drahtloser Netze in Nordamerika.

Alcatel erwirtschaftete im abgelaufenen Quartal einen Nettogewinn von 155 Mill. Euro nach 266 Mill. Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz lag leicht über dem Vorjahresniveau bei gut 3,3 Mrd. Euro.

Lucent bezifferte den Nettogewinn in seinem vierten Geschäftsquartal auf 371 Mill. Dollar oder sieben Cent je Aktie. Damit verdiente Lucent fast genauso viel wie ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt mit vier Cent gerechnet. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 2,56 Mrd. Dollar. "Wir sind zufrieden, ein schwieriges Geschäftsjahr mit einem starken Quartal beendet zu haben", sagte Lucent-Chefin Patricia Russo.

An der Börse wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Aktien von Alcatel stiegen um knapp sechs Prozent auf 10,16 Euro. Lucent-Papiere legten vorbörslich um 2,6 Prozent auf 2,40 Dollar zu. "Die richtig guten Nachrichten kommen von Lucent, und sie zeigen, dass der Markt für drahtlose Netzwerke anders als erwartet nicht zurückgegangen ist", sagte ein Analyst in Paris.

Zudem verwiesen Branchenexperten auf die strikte Kostenkontrolle bei Alcatel. "Alcatel hat sich aus einem Preiskampf in Schwellenländern zurückgezogen, was etwas Marktanteil gekostet hat", sagte Richard Windsor, Analyst bei Nomura. Das Unternehmen habe dennoch auf die Profitabilität geachtet.

Angesichts der bevorstehenden Fusion machten beide Unternehmen keine Angaben zum zukünftigen Geschäftsverlauf. Die Konzerne bekräftigten, der Zusammenschluss solle bis zum Jahresende abgeschlossen sein soll. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen durch den Zusammenschluss 1,7 Mrd. Dollar eingespart werden, sagte Russo. Aktionäre beider Firmen haben der Fusion bereits zugestimmt. Auch die Kartellbehörden gaben grünes Licht.

Alcatel übernimmt den US-Konzern für 10,9 Mrd. Dollar. Die Fusion macht die beiden Unternehmen zu einem der führenden Lieferanten von Hard- und Software für den Mobilfunk, schnelle Internetverbindungen und Fernsehen über DSL-Leitungen. Sie erhoffen sich zudem Vorteile durch eine breitere Produktpalette.

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