Telekombranche
Telefonica verstärkt Engagement bei Telecom Italia

Schon jetzt ist Telefónica ein Großaktionär von Telecom Italia. Nun will der Konzern offenbar seinen Einfluss weiter steigern. Bei den Börsianern kommt das gut an, die Telecom-Italia-Aktie legt zu.
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MailandDie spanische O2-Mutter Telefonica verstärkt ihr Engagement bei der hoch verschuldeten Telecom Italia. Damit erhält das Unternehmen mehr Einfluss bei seinem Erzrivalen auf dem wichtigen Markt in Südamerika. Telefonica werde ihren Anteil an der Holdinggesellschaft Telco, die Telecom Italia kontrolliert, von derzeit 46 Prozent auf 66 Prozent erhöhen, teilte das Investorenbündnis am Dienstag mit.

Später sollen es bis zu 70 Prozent werden. In einem letzten Schritt kann Telefonica die italienischen Miteigentümer aus Telco komplett herauskaufen. Experten zufolge kann die hoch verschuldete Telefonica somit den angeschlagenen Konkurrenten unter Kontrolle halten, ohne ein Übernahmeangebot abgeben zu müssen. An der Mailänder Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen: Die Telecom-Italia-Aktien legten zeitweise vier Prozent zu.

Telco hält 22,4 Prozent an Telecom Italia. Mit der Vereinbarung endet eine monatelange Zeit der Unsicherheit über die Zukunft des Telekomkonzerns. Dem Unternehmen macht die Wirtschaftskrise in der Heimat und ein Schuldenberg von 29 Milliarden Euro zu schaffen. Weil die Aktie kräftig an Wert verloren hat, wurde der Einstieg für viele Investoren zu einem Verlustgeschäft.

Deswegen wollen sich auch die Finanzinstitute Mediobanca und Intesa Sanpaolo sowie der Versicherer Generali, die neben Telefonica ihre Beteiligung in der Holding Telco gebündelt haben, ihre Anteile verkaufen. Sie beteiligten sich 2007 zum Preis von 2,80 je Aktie an Telecom Italia - inzwischen notieren die Papiere bei 60 Cent. In dem nun angekündigten Geschäft mit Telefonica werden die Telecom-Italia-Papiere mit jeweils 1,09 Euro bewertet.

Die Stimmrechte bei Telco bleiben trotz des Ausbaus unverändert. Telefonica kann sein Gewicht aber ab Januar auf bis zu 64,9 Prozent ausbauen. Entscheidend dafür ist aber, dass die Kartellbehörden in Schlüsselmärkten wie Brasilien und Argentinien zustimmen, wo beide Unternehmen im Wettbewerb stehen.

Telefonica verhinderte durch den Ausbau seines Anteils, dass Telecom-Italia-Aktien an Rivalen gehen. Kreisen zufolge waren auch der US-Telekomriese AT&T sowie der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris interessiert. Auch der America-Movil -Konzern des mexikanischen Telekom-Milliardärs Carlos Slim soll Kontakt mit verkaufswilligen Großaktionären aufgenommen haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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