Telekombranche
Telekom löst ihr Problem in UK

Die Mobilfunkunternehmen T-Mobile und Orange wollen ein Joint Venture gründen. Dieses wäre auf einen Schlag Marktführer in Großbritannien. Und das Beste daran: Das neue Unternehmen wird in den ersten Jahren wohl keinerlei Steuern zahlen, wie Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges sagte.

PARIS/DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom steht in Großbritannien vor dem Durchbruch: Ihre Mobilfunktochter T-Mobile UK verhandelt exklusiv mit der France-Télécom-Tochter Orange ein Joint Venture, das mit einem Marktanteil von knapp 37 Prozent zum Marktführer avancieren würde. Die Unternehmen wollen je die Hälfte an dem gemeinsamen Unternehmen halten. Das teilten sie gestern mit. Da T-Mobile UK mit einem Marktanteil von 15 Prozent deutlich kleiner ist als Orange mit 21 Prozent, bringen die Deutschen Steuervorteile und einen Kredit mit in die Ehe.

Orange bringt 1,25 Mrd. Pfund (umgerechnet 1,43 Mrd. Euro) Schulden ein. Für die Hälfte davon gewährt die Telekom ihr ein Darlehen. Darüber hinaus stellt sie steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1,5 Mrd. Pfund zur Verfügung. "Dank der Steuergutschriften wird das Unternehmen in den ersten Jahren null Steuern zahlen müssen", sagte Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges bei der Präsentation der Vorvereinbarung. Die Unternehmen wollen sich drei Jahre lang aneinander binden. In der Zeit darf kein Partner seinen Anteil verkaufen.

Experten begrüßen den Deal. "Der Ausgleich, den die Telekom zahlt, ist gerechtfertigt, wenn man die Synergien bedenkt, die beide Unternehmen anstreben", sagt Andreas Mark, Fondsmanager bei Union Investment, einem Telekom-Investor. Geplant sind Synergien in Höhe von 3,5 Mrd. Pfund. Sie sollen durch die Zusammenlegung und gemeinsame Wartung der Netze sowie einen Vertrieb und ein Marketing erzielt werden. Demgegenüber stehen erwartete Integrationskosten von 600 bis 800 Mio. Pfund.

Der Vorteil für die Telekom besteht darin, dass sie anders als bei einem Verkauf ihrer Tochter weiter im zweitgrößten europäischen Mobilfunkmarkt bleibt und von der dringend nötigen Konsolidierung dort profitieren kann. Großbritannien gilt mit fünf Netzbetreibern als überbesetzt.

Die Telekom hatte auch einen Verkauf erwogen, nachdem sie im April wegen Problemen ihrer Töchter in UK und den USA ihre Gewinnprognose gesenkt hat. In Finanzkreisen heißt es, Vodafone und O2 hätten rund 3,5 Mrd. Pfund für T-Mobile UK geboten. Das sei der Telekom aber zu wenig gewesen.

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