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17.07.2008 

"Das ist genau der Weg, den Telekomanbieter einschlagen müssen", sagt Mike Cansfield vom Marktforscher Forrester Research. "Bislang hat die Branche sich nur auf technische Innovationen konzentriert. Was aber nötig ist, sind neue Services, um die Umsätze weiter zu steigern." Allein mit den herkömmlichen Dienstleistungen wie DSL-Verbindungen oder Sprache werden die Anbieter ihre hohen Gewinnmargen nicht halten können. Europäische Marktführer erzielen beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) Margen zwischen 40 und 50 Prozent. Die Preise purzeln jedoch immer weiter - sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz.

Die Unternehmen investieren einen Großteil ihrer Gewinne in die Forschung und Entwicklung. Führend dabei ist Telefónica. Die Madrilenen geben sich trotz düsterer Szenarien für die spanische Konjunktur und die Zukunft der Branche siegesgewiss. "Die Zukunft ist strahlend", behauptet Julio Linares, der als Chief Operating Officer für das operative Geschäft zuständig ist. Er geht davon aus, dass das Wachstum künftig von neuen Anwendungen kommt. Die Netze der Telekomunternehmen würden in der Zukunft eine zentrale Rolle im Alltag einnehmen. "Das Netz wird viel relevanter werden", sagt er. So werde es neue Möglichkeiten geben, große Mengen von Daten direkt im Netz zu speichern anstatt auf der begrenzten Festplatte des Computers.

Ein Hoffnungsträger der Spanier sind die "Pinchos". Wörtlich übersetzt sind das kleine Portionen Tapas. Bei Telefónica versteht man darunter Dienstleistungen, die das Leben angenehmer machen sollen. So sucht etwa die online verbundene Stereoanlage je nach angegebener Stimmung der Nutzer die passende Musik aus dem Netz. Das ebenfalls mit dem Internet verbundene Fernsehbild liefert per Mausklick Zusatzinfos: Im Idealfall können Tennis-Fans bei einem Match das Schweißband ihres Lieblingsspielers anklicken, werden zur Website von Nike geleitet und können es dort online kaufen. Experten sind jedoch skeptisch: "Wir reden jetzt schon sehr lange vom interaktiven Fernsehen", sagt Frank Rothauge von Sal. Oppenheim. "Die Telekomanbieter tun sich aber schwer, aus ihren Ideen für neue Dienste Produkten zu machen, die sie an den Markt bringen können."

Viel Forschung

Die Telekomkonzerne investieren einen Großteil ihres Gewinns in Forschung und Entwicklung.

Telefónica: Die erfolgreichen Madrilenen gaben im vergangenen Jahr 4,3 Mrd. Euro für die Suche nach Innovationen aus - das ist rund die Hälfte des Nettogewinns.

Deutsche Telekom: Der Bonner Konzern investierte 2007 zwar fast 90 Prozent seines Reingewinns in Forschung und Entwicklung - das entsprach aber nur 500 Mill. Euro.

BT Group: Die Briten gaben mit 1,3 Mrd. Pfund (umgerechnet 1,6 Mrd. Euro) fast drei Viertel ihres Gewinns für Forschung und Entwicklung aus.

Erklärung: Die großen Unternehmen der Branchen haben immer schon viel für Forschung ausgegeben, allein schon bedingt durch den rasanten technologischen Fortschritt: Die Entwicklung von der herkömmlichen Telefonleitung über den ISDN- und den DSL-Anschluss bis hin zu den schnellen Glasfaserleitungen, die derzeit verlegt werden, dauerte nur wenige Jahre.

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