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05.04.2007 
Telecom Italia

Telekomfirmen begehren Italiener

von Katharina Kort und Sandra Louven

Das Rennen um den Einstieg bei Telecom Italia ist spannender denn je: Nicht nur Amerikaner, Franzosen und Spanier buhlen um den italienischen Telekommunikationsriesen. Auch die Deutsche Telekom wird als Interessent gehandelt. Der Zukauf hätte seinen Charme, wenngleich es viele Probleme gibt.

Das Hauptquartier von Telecom Italia in der Nähe von Mailand. Foto: apLupe

Das Hauptquartier von Telecom Italia in der Nähe von Mailand. Foto: ap

HB/kk/lou MAILAND/DÜSSELDORF. Die Mailänder Börse hat die Gerüchte um den Einstieg der Deutschen positiv aufgenommen: Die Aktie schoss am Mittwoch um mehr als 3 Prozent in die Höhe. Viele Analysten zweifeln jedoch an dem Einstieg der Deutschen. Der Bonner Konzern wollte zu den Kaufgerüchten keine Stellung.

Eine Akquisition der Italiener würde nur bedingt in das Auslandskonzept der Telekom passen. Der Vorstandsvorsitzende René Obermann hatte bei der Vorstellung seiner neuen Strategie Anfang März erklärt, dass er bei internationalen Akquisitionen vor allem auf Mobilfunkanbieter abziele, die in wachstumsstarken Regionen beheimatet sind. Das wäre bei einem Einstieg in Italien jedoch nur bei der brasilianischen Mobilfunktochter der Fall. TIM Brasil gilt als Juwel, das in dem wachstumsstarken brasilianischen Mobilfunkmarkt einen Anteil von 25 Prozent besitzt.

„Telecom Italia ist attraktiv, da man mit einem geringen Kapitalaufwand die Kontrolle übernehmen kann“, sagt ein Mailänder Analyst, „aber einen Einstieg der Deutschen Telekom halte ich wegen ihrer eigenen Probleme für unwahrscheinlich.“ Bis auf die brasilianische Mobilfunktochter ist keine Auslandsbeteiligung der Italiener interessant für die Deutschen: Hier zu Lande müsste der Marktführer Telekom vermutlich Hansenet verkaufen. Die französische Breitbandtochter der Italiener passt auch nicht zur Strategie von Obermann. Der ist gerade dabei, in Frankreich seine eigene Festnetztochter loszuwerden.

„Die Beteiligung in Brasilien hätte ihren Reiz“, räumt Lars Godell vom Marktforscher Forrester ein. „Aber das wäre zu viel Schmerz für relativ wenig Gewinn.“ So würde Obermann sich in Italien dieselben Probleme eines Ex-Monopolisten einkaufen, mit denen er schon im eigenen Haus kämpft. Italien ist zwar ein wichtiger europäischer Markt. Der Mobilfunkmarkt dort ist aber gesättigt und weiteres Wachstum nur schwer zu erzielen. Ein anderer Analyst gibt dagegen zu bedenken, dass die Telekom trotz der eigenen Probleme zugreifen müsse, wenn sich Kaufgelegenheiten böten. Obermanns Vorgänger Kai-Uwe Ricke war dafür kritisiert worden, dass er bei Akquisitionen zu lange gezögert hatte.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Amerikaner, Franzosen und Spanier liegen auf der Lauer.

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