Telekomkonzern
E-Plus stabilisiert KPN

KPN und seine deutsche Tochter E-Plus befinden sich laut eigener Aussage weiter in einem schwierigen Marktumfeld. Immerhin konnte der niederländische Telekomkonzern im zweiten Quartal seinen Gewinn steigern, allerdings bei sinkendem Umsatz.

HB DÜSSELDORF/AMSTERDAM. Der niederländische Telekommunikationskonzern KPN wird wegen des Wirtschaftsabschwungs immer vorsichtiger: der E-Plus-Mutterkonzern schraubte am Donnerstag auf Grund des schleppenden Firmenkundengeschäfts erneut seine Umsatzerwartungen zurück. Auch wenn KPN die Gewinnprognosen aufrecht erhielt und die Tochter E-Plus ihre Rendite nochmals steigerte, verkauften viele Anleger ihre Papiere. Die KPN Aktie lag zeitweise mehr als vier Prozent im Minus.

Am Endkundenmarkt seien nur begrenzt Auswirkungen der Krise zu spüren, sagte KPN-Chef Ad Scheepbouwer. „Aber die Geschäftskundenmärkte sind beeinflusst, und bislang gibt es keine Anzeichen für eine Erholung.“ Bereits im Vorquartal hatte E-Plus geklagt, der Auftragseingang verliere an Tempo. KPN rechnet nun 2009 nur noch mit einem Umsatz zwischen 13,6 und 13,8 Mrd. Euro. Bislang hatte der Konzern Erlöse auf dem Niveau des Vorjahres von rund 14 Mrd. Euro angestrebt. Für 2010 senkte KPN die Prognose ebenfalls erneut und erwartet kein Wachstum mehr. Zuletzt hatte das Unternehmen etwas mehr als 14 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

KPN hatte angekündigt, sich auf Cash Flow und Gewinn statt Umsatz um jeden Preis konzentrieren zu wollen. An der Ergebnisplanung hält der Konzern auch fest und erwartet bis 2010 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von über 5,5 Mrd. Euro. Im zweiten Quartal fiel der Umsatz um zwei Prozent auf 3,41 Mrd. Euro und lag damit leicht unter der durchschnittlichen Analystenprognose. Das Ebitda stieg um 5,3 Prozent auf 1,32 Mrd. Euro und damit stärker als erwartet.

Bei der Tochter E-Plus machen sich die Kosteneinsparbemühungen in einer höheren Rendite bemerkbar. Auch wenn der Umsatz im zweiten Quartal um 1,4 Prozent sank, verbesserte E-Plus das Ebitda um acht Prozent auf 333 Mio. Euro. Die Gewinnmarge erreichte damit 41,8 Prozent. Viele Tarife bietet das Unternehmen ohne verbilligte Handys an und versucht Neukunden vermehrt über das Internet und eigene Läden zu gewinnen. Dabei punktet der Konkurrent von Vodafone, T-Mobile und O2 mit Eigenmarken, wie dem Pauschaltarif Base oder der Billigmarke Simyo, sowie Kooperationsangeboten, etwa mit dem Discounter Aldi, die mittlerweile rund 68 Prozent der Kunden auf sich vereinen.

Der Umsatz von E-Plus sank von April bis Juni um 1,4 Prozent auf 797 Mio. Euro. Der Serviceumsatz mit Telefonaten und Datentransfer blieb stabil bei 757 Mio. Euro. Negativ wirkte sich die von der Bundesnetzagentur verfügte geringere Gebühr für die Weiterleitung von Gesprächen aus anderen Netzen aus, die laut E-Plus mit 20 Mio. Euro zu Buche schlug. Im Vorjahreszeitraum habe es zudem beim Umsatz einen Schub durch die Fußball-Europa-Meisterschaft gegeben.

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