Telekomkonzern
Finanzinvestoren greifen nach Bell Canada

Nach wochenlangen Spekulationen um eine Übernahme von Bell Canada hat der größte kanadische Telekomkonzern erstmals bestätigt, Gespräche über einen Verkauf führen. Es geht dabei um nicht weniger als die größte Übernahme in der Geschichte Kanadas.

HB TORONTO. Als Interessenten nannte die Muttergesellschaft BCE am Dienstag ein Konsortium aus der US-Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und drei kanadischen Pensionsfonds. Die Bietergruppe um KKR erwägt demnach, BCE mit einem Marktwert von umgerechnet rund 19 Mrd. Euro aufzukaufen und anschließend von der Börse zu nehmen. Sollte das Konsortium Erfolg haben, wäre es die größte Übernahme in der Geschichte Kanadas.

KKR strebe einen Minderheitsanteil an, während die drei Pensionsfonds den Mehrheitsanteil übernehmen wollten, teilte BCE weiter mit. In Kanada dürfen ausländische Firmen per Gesetz nicht mehr als 46,7 Prozent an einem Telekomkonzern halten. Bei den drei kanadischen Fonds handelt es sich um einige der mächtigsten institutionellen Anleger des Landes: Canada Pension PlanInvestment Board, Caisse de depot et placement du Quebec und Canada's Public Sector Pension Investment Board verfügen zusammen über ein Budget von knapp 190 Mrd. Euro.

Analysten zeigten sich überrascht, dass unter den beteiligten Pensionsfonds nicht auch der größte BCE-Aktionär Ontario Teachers' Pension Plan genannt wurde. Der Fonds, der 5,3 Prozent der BCE-Aktien besitzt, hat in den vergangenen Wochen laut Kreisen mit mehreren US-Beteiligungsgesellschaften über eine Übernahme von BCE gesprochen. Da die Gespräche zwischen dem KKR-Konsortium und BCE nicht exklusiv sind, könnte noch eine weitere Bietergruppe um Teachers' auf den Plan treten und damit einen Bieterwettstreit um Bell Canada auslösen.

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