Telekomkonzern verdient in Nordeuropa immer weniger
Telia Sonera will im Ausland wachsen

Der schwedisch-finnische Telekom-Konzern Telia Sonera will expandieren und strebt die Mehrheitskontrolle in einigen seiner Beteiligungen im Baltikum, der Türkei und Russland an.

hst STOCKHOLM. Das sagte Telia Sonera-Chef Anders Igel gestern bei der Vorlage der Bilanz in Stockholm. „Wir wollen die Mehrheitskontrolle in allen Bereichen, soweit das möglich ist“, sagte Igel. Er schloss auch den Erwerb weiterer Telekom-Gesellschaften in Nordeuropa nicht aus. „Was das genau beinhaltet, wissen wir noch nicht, aber wir stehen gut gerüstet da und sind bereit, weiter zu gehen“, sagte Igel.

Sein Konzern hält Minderheitsbeteiligungen an Telekomgesellschaften in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Außerdem ist Telia Sonera an der russischen Megafon und der türkischen Turkcell beteiligt. Vor allem die russische Megafon-Beteiligung gilt als sehr interessant, da die russische Gesellschaft die am schnellsten wachsende auf dem Mobilfunkmarkt des Landes ist. Igel lehnte es aber ab, Einzelheiten über die weiteren Pläne zu nennen.

In Nordeuropa verdient der aus der finnischen Sonera und der schwedischen Telia hervorgegangene größte nordeuropäische Telekom-Konzern immer weniger Geld. Der Ex-Monopolist konnte zwar im 4. Quartal des vergangenen Jahres einen Vorsteuergewinn von 3,1 Mrd. Kronen ( 339,5 Mill. Euro) erzielen, blieb damit aber unter den Erwartungen der Analysten. Sie hatten mit mindestens 3,3 Mrd. Kronen gerechnet. Der Umsatz im 4. Quartal 2002 stieg dagegen auf 21,05 (20,95) Mrd. Kronen. An den Aktienmärkten lösten die Telia Sonera-Zahlen Enttäuschung aus, obwohl sich Igel mit dem Ergebnis zufrieden zeigte.

Der Kurs der Aktie fiel in Stockholm zeitweise um 7,7 %. „Telia Sonera hat zwar im vergangenen Jahr Wachstum verzeichnen können“, sagte ein Analyst auf Anfrage, betonte jedoch, dass dieses Wachstum auf Kosten der Gewinnspanne entstanden sei. Tatsächlich sieht sich der finnisch-schwedische Konzern einer immer stärkeren Konkurrenz sowohl im Mobilfunk- als auch im Festnetzbereich ausgesetzt. Ende vergangenen Jahres brach ein Preiskrieg im Mobilfunkbereich aus, dem sich auch Telia Sonera nicht entziehen konnte und deshalb die Minutenpreise im Mobilfunk deutlich senken musste.

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