Telekomkonzerne
British Telecom überrascht positiv, Telefonica enttäuscht

Beim britische Telekomkonzern BT laufen die Geschäfte: Er hat seine Jahresprognose erhöht. Die spanische O2-Mutter Telefonica dagegen hat auf ihrem Heimatmarkt Probleme und verfehlte mit ihren Neunmonatszahlen die Erwartungen.
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HB LONDON/MADRID. Nach einem Gewinnanstieg im Quartal hat der britische Telekomkonzern BT seine Jahresprognose angehoben. Vor allem ein besseres Breitbandgeschäft und die kürzlich noch schwächelnde internationale IT-Dienstleistungssparte hätten dazu beigetragen, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Zwar sank der Umsatz im zweiten Geschäftsquartal um drei Prozent auf fünf Mrd. Pfund (rund 5,9 Mrd. Euro). Der bereinigte Gewinn legte aber mit einem Plus von drei Prozent auf rund 1,5 Mrd. Pfund stärker zu als von Experten erwartet. BT schraubte daraufhin sein Gewinnziel für das Gesamtjahr auf 5,8 Mrd. Pfund leicht nach oben. Bislang hatte der größte britische Festnetzanbieter einen Gewinn in Vorjahreshöhe von etwa 5,6 Mrd. Pfund angepeilt. Der Aktie verhalf dies im frühen Handel zu einem Aufschlag von drei Prozent.

"Wir haben erhebliche Fortschritte bei der Verbesserung der Rentabilität und beim Cash Flow erzielt", erklärte BT-Chef Ian Livingston. "Dies ermöglicht uns Investitionen, die den Grundstock für Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2012/13 bilden sollen." Der Auftragseingang im IT-Geschäft für international tätige Unternehmen wuchs um 50 Prozent. In den vergangenen Monaten hatte sich die Entwicklung in der Sparte zunehmend verbessert, nachdem das Geschäft zuvor noch für zwei Gewinnwarnungen von BT verantwortlich war. Im Breitband-Geschäft mit schnellen Datenverbindungen konnte der Konzern 114 000 Kunden gewinnen und seinen Marktanteil in Großbritannien auf 45 Prozent steigern.

Telefonica wies am Donnerstag für die ersten neun Monate einen Anstieg des Nettogewinns von rund 66 Prozent auf 8,8 Mrd. Euro aus. Allein 3,5 Mrd. Euro davon gingen auf die Neubewertung der brasilianischen Mobilfunktochter Vivo zurück. Mit dem Ergebnis blieb Telefonica jedoch hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit einem Plus auf 9,2 Mrd. Euro gerechnet hatten. Der Umsatz stieg zwar insgesamt um sechs Prozent auf 44,28 Mrd. Euro. In Spanien sank der Erlös allerdings um 4,2 Prozent.

Telefonica war es nach langem Ringen gelungen, den Vivo-Anteil von Portugal Telecom zu übernehmen. Mit der verstärkten Präsenz in der größten Volkswirtschaft Südamerikas soll das schwächelnde Geschäft in Europa ausgeglichen werden.

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  • Und wie hoch ist der opperative Gewinn? Das ist doch die eigentliche Frage zum Zustand von Télefonica.

    Wenn es um die integration und Aussichten von Vivo geht, müssten auch hier andere, weitreichendere Fragen gestellt werden. Wachstum, Gewinn, Aussichten, Konkurrenzsituation, Anteil am Télefonicakonzern. Allgemein Relationen.

    Der Nettogewinn dürfte nur Aktieninhaber und Steuerbehörden interessieren.

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