Telekommunikation
Großbritannien reißt Telekom in die Tiefe

Das britische Mobilfunkgeschäft hat die Deutsche Telekom in die roten Zahlen gedrückt - und das mehr als deutlich. Wo vor einem Jahr noch ein hoher Millionengewinn stand, steht nun Milliardenminus in den Büchern.

HB BONN. Die Deutsche Telekom ist wegen Abschreibungen auf das Mobilfunkgeschäft in Großbritannien im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Unterm Strich verbuchte der Konzern ein Minus von 1,12 Milliarden Euro nach plus 924 Millionen Euro im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstagmorgen mitteilte. Die Differenz zum Vorjahr gehe hauptsächlich auf die bereits angekündigte Wertminderung des Firmenwertes in Großbritannien in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro zurück.

OTE noch nicht enthalten. Von der im 1. Februar konsolidierten OTE erwartet die Telekom nun 2009 zusätzlich einen Beitrag zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 2,0 Milliarden Euro. Zum Free Cashflow soll die neue Beteiligung 600 Millionen Euro beitragen.

Neue Hiobsbotschaften waren bei der Vorlage der endgültigen Quartalszahlen der Deutschen Telekom nicht zu erwarten. Analysten und Anleger warteten aber noch auf einige Erklärungen nicht nur zu der jüngsten Gewinnwarnung. Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass Vorstandschef Rene Obermann die bisherige Prognose senkte und die Anleger mit schwachen Zahlen für das erste Quartal verschreckte.

Bereits auf der Hauptversammlung am 30. April mussten sich Obermann und sein Finanzchef Tim Höttges der Kritik der Aktionäre stellen. Sie zeigten wenig Verständnis für die Korrektur der gerade mal acht Wochen alten Prognose und wollten wissen, wie das Unternehmen die Probleme in den USA und vor allem in Großbritannien lösen will. Die beiden Bereiche wurden in erster Linie für die Gewinnwarnung verantwortlich gemacht. Großaktionäre fordern Medienberichten zufolge inzwischen den Verkauf von T-Mobile UK.

Finanzchef Höttges hielt sich auf der Hauptversammlung mit klaren Worten noch zurück. Er nannte eine Konsolidierung lediglich "ein probates Mittel" und erklärte, es gebe "keine Denkverbote". Nach Meinung von Branchenbeobachtern könnten die angekündigten Abschreibungen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro für das Mobilfunkgeschäft ein Hinweis auf einen baldigen Verkauf sein. Einige Analysten halten einen Rückzug vom hart umkämpften britischen Mobilfunkmarkt für durchaus möglich. Andere zweifeln daran, dass sich potenzielle Käufer mit der Telekom auf einen Preis einigen werden.

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