Telekommunikation
Kartellamt will Kabel-Übernahme genau prüfen

Das Bundeskartellamt hält bei einer möglichen Übernahme des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland eine intensive Prüfung für erforderlich. Eine Übernahme durch den Mitbieter Liberty wäre aber schwieriger gewesen.
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BonnEine Übernahme des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland (KDG) müsste nach Ansicht des Bundeskartellamts in jedem Fall sehr genau unter die Lupe genommen werden. Eine Akquisition von Deutschlands größtem Kabelanbieter durch den US-Konzern Liberty Global wäre aus Wettbewerbsgründen aber sicher schwieriger als eine Übernahme durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone, erläuterte Behördenchef Andreas Mundt am Mittwoch in Bonn. „Wettbewerbsrechtliche Probleme würden wir ganz ohne Zweifel bei einer Fusion Liberty/KDG sehen.“ Beide Fälle müsste man sich aber sehr genau anschauen: „Ich würde auch bei Vodafone heute nicht sagen, das würden wir so durchwinken.“

Vodafone will Kabel Deutschland für 7,7 Milliarden Euro übernehmen. Liberty hat ebenfalls ein Angebot in Aussicht gestellt, offiziell aber noch keinen Preis genannt. Dem US-Konzern gehören mit Unitymedia und KabelBW allerdings schon der zweit- und der drittgrößte deutsche Kabelnetzanbieter. Vodafone will dagegen sein Mobilfunknetz in Deutschland um ein Festnetz ergänzen und damit der Deutschen Telekom Konkurrenz machen.

In beiden Fällen sind laut Mundt zunächst die europäischen Wettbewerbsbehörden für eine Prüfung zuständig. Das Bundeskartellamt würde aber in Abstimmung mit der Bundesregierung gegebenenfalls einen Antrag auf Verweisung an die deutsche Behörde stellen, denn die Bonner Wettbewerbshüter hätten eine langjährige und tiefe Expertise für den Kabelmarkt. 2011 hatte das Kartellamt die Übernahme von KabelBW durch Liberty geprüft und nur nach weitreichenden Zugeständnissen genehmigt. Im Februar hatte das Amt die Übernahme von TeleColumbus durch Kabel Deutschland untersagt. „Wir haben in Deutschland im Kabelbereich bereits einen relativ konzentrierten Markt“, erläuterte Mundt. Dies gelte vor allem für die Versorgung großer Wohneinheiten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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