Telekommunikation
Mobilfunker planen Megafusion

Der indische Marktführer Bharti Airtel und die südafrikanische MTN wollen einen neuen Telekomgiganten formen. Das Volumen des Deals könnte sich auf mehr als 16 Milliarden Euro belaufen. Der neue Konzern will sich auf die Wachstumsmärkte in Asien, Afrika und im Nahen Osten konzerntrieren.

NEU-DELHI. Indiens und Südafrikas führende Mobilfunkanbieter Bharti Airtel und MTN nehmen einen neuen Anlauf für eine Megafusion. Ein Jahr nach dem Scheitern der letzten Gespräche teilte Bharti mit, das Volumen des Deals könnte sich auf mehr als 23 Mrd. Dollar (16 Mrd. Euro) belaufen. Aus dem Zusammenschluss soll den Firmen zufolge ein Telekommunikationsgigant hervorgehen, der in den Wachstumsmärkten Asiens, Afrikas und des Nahen Ostens expandieren will.

Ein Zusammenschluss mit dem angegebenen Volumen wäre in diesem Jahr die weltgrößte Fusion außerhalb der Pharmabranche. Es wäre zudem der größte ausländische Zukauf eines indischen Konzerns und würde die Übernahme der britischen Corus durch Tata Steel vor drei Jahren in den Schatten stellen.

Nach den aktuellen Plänen soll Bharti 49 Prozent der MTN-Anteile erwerben. MTN und deren Aktionäre würden sich im Gegenzug mit 36 Prozent an Bharti beteiligen, hieß es. Zusammen kommen die Unternehmen auf 200 Mio. Kunden und einen Umsatz von 20 Mrd. Dollar. MTN ist bereits jetzt der größte Anbieter in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Airtel ist der Marktführer in Indien.

Die beiden Mobilfunkgiganten nehmen bereits den zweiten Anlauf für einen Zusammenschluss. Vor einem Jahr hatte Bhartis Chairman Sunil Mittal die Gespräche zur Fusion mit MTN abgebrochen. Beide Seiten konnten sich nicht darauf einigen, wer bei einem Zusammengehen die Führungsrolle übernehmen sollte. Bharti hätte damals eine MTN-Sparte werden sollen. Dies soll nun durch die Überkreuz-Beteiligung vermieden werden, die mit einem komplexen Austausch von Aktien und Barmitteln verbunden ist.

Gestern teilte Mittal mit, ein Zusammengehen werde beiden Unternehmen zugute kommen. Der kombinierte Konzern werde von Einsparmöglichkeiten und Skaleneffekten profitieren. Bharti möchte seinen Auslandsumsatz ankurbeln, da sich der Konzern auf seinem Heimatmarkt wachsender Konkurrenz gegenübersieht.

Denn immer mehr ausländische Telekomkonzerne engagieren sich in Indien, darunter Japans NTT Docomo und Norwegens Telenor. Das starke Interesse hat zwei Gründe: Zum einen bietet der indische Markt mit seiner große Bevölkerung enorm hohe Wachstumsraten im Mobilfunk. Zum anderen wollen Ausländer auf dem Subkontinent lernen: Nirgendwo auf der Welt sind die Mobilfunkpreise niedriger als in Indien. Das stellt hohe Anforderungen an die Effizienz der Telekomanbieter. Zahlreiche Innovationen in der Telekombranche wie etwa das Outsourcing des Netzmanagements stammen aus Indien.

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