Telekommunikation
Netcologne will in Mobilfunk einsteigen

Der Telekommunikationsanbieter Netcologne prüft den Einstieg in das Mobilfunkgeschäft. Damit wäre Netcologne der erste Stadtnetzbetreiber im Mobilfunkmarkt und eines der wenigen Unternehmen in Deutschland, das Mobilfunk- und Festnetzangebote in einem Paket kombiniert.

HB FRANKFURT. „Wir beobachten den Mobilfunkmarkt mit seinen neuen Geschäftsmodellen sehr genau und führen Gespräche mit den Netzbetreibern. Eine Entscheidung wird jetzt kurzfristig fallen und wir wollen noch in diesem Jahr mit Angeboten auf den Markt kommen“, sagte Werner Hanf, Geschäftsführer des Stadtnetzbetreibers, im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in der Freitagsausgabe.

Netcologne hat nach eigenen Angaben bei den DSL-Anschlüssen in Köln inzwischen einen Anteil von 41 Prozent und damit fast so viel wie die Deutsche Telekom, die auf etwa 45 Prozent komme.

Neben den Mobilfunkambitionen treibt Netcologne auch ein Konkurrenzangebot zum neuen VDSL-Glasfasernetz der Deutschen Telekom voran. „Wir wollen in den nächsten fünf Jahren alle 129 000 Geschäfts- und Mehrfamilienhäuser in Köln mit einem eigenen Glasfaseranschluss versorgen“, sagte Hanf. Dies bedeute eine Investition von 250 Mio. bis 300 Mio. Euro, biete aber die Möglichkeit erheblich höherer Übertragungsgeschwindigkeiten als selbst das neue VDSL-Angebot der Telekom, das die Daten mit rund 50 Megabit in der Sekunde in die Häuser bringen soll.

Für Hanf rechnen sich die Investitionen in die eigene Infrastruktur, weil er für den Zugang zu den Kunden in den dann selber vernetzten Häusern keine Miete für die so genannte letzte Meile an die Telekom zahlen muss. Diese Kosten hätten im vergangenen Jahr bei rund 30 Mio. Euro gelegen. Dieses Geld könne besser für einen Netzausbau verwendet werden und trage durch die Kostensenkung zur Finanzierung bei.

Ziel von Netcologne ist es, ebenfalls in das Geschäft mit dem so genannten Triple Play einzusteigen, bei dem Fernsehen, Telefonie und Internet von einem Unternehmen geliefert werden. Dabei sieht Hanf angesichts der Strategie der Telekom und der Regulierung in Deutschland den Aufbau eines eigenen Netzes als eine der wenigen Möglichkeiten, um in diesem Geschäft erfolgreich zu sein.

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