Telekommunikation
Nortel erwägt offenbar Gläubigerschutz

Der Kanadische Telekom-Ausrüster Nortel leidet seit Jahren unter Verlusten. Jetzt zieht er offenbar sogar eine mögliche Insolvenz in Erwägung. Ein tiefgreifender Konzernumbau könnte das Unternehmen wieder zukunftsfähig machen.

DÜSSELDORF. Ernste wirtschaftliche Probleme befürchtet offenbar Nordamerikas größter Telekom-Ausrüster Nortel. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" hat sich der Konzern jüngst rechtlich beraten lassen, um die Möglichkeiten des Gläubigerschutzes in der Insolvenz auszuloten. Dabei beruft sich das Blatt auf "mit der Situation vertraute Kreise". Die Veröffentlichung nährte Gerüchte, dass Nortel ein "Chapter-11"-Verfahren anstreben könnte. Dabei reorganisiert sich das insolvente Unternehmen unter Aufsicht des Gerichts. Ebenso wurde berichtet, dass Nortel die Regierung Kanadas um Hilfe gebeten habe

Vertreter des Konzerns traten den Spekulationen entgegen und erklärten, dass kein Konkursantrag gestellt worden sei. Vielmehr wolle man mit Hilfe von Beratern die Kosten im kommenden Jahr um weitere 400 Mio. US-Dollar senken, um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen. Anlässlich der Quartalskonferenz im November hatte Unternehmenschef Mike Zafirovski aber eingestanden, dass sich das Unternehmen in einer kritischen Zeit befinde.

Mit einem tiefgreifenden Konzernumbau versuchen die Kanadier seit etwa drei Jahren, das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu bringen. Nach ersten Erfolgen in den vorangegangenen Quartalen schockierte das Unternehmen mit einem Verlust in Höhe von 3,41 Mrd. US-Dollar für den Zeitraum von Juli bis September diesen Jahres. Damit schrieb die Firma das größte Quartalsminus seit 2001.

Als Reaktion auf die schlechten Zahlen kündigte der Telekom-Ausrüster den Abbau weiterer 1 300 Stellen an. Zuletzt zählte Nortel rund 32 000 Angestellte weltweit, 500 davon bei der deutschen Tochter mit Sitz in Frankfurt. Die Aktie liegt seit Wochen im Penny-Stock-Bereich und notierte gestern in New York bei 0,40 US-Dollar. Analysten hatten Nortel zuletzt trotz der wirtschaftlichen Probleme eine ausreichend solide Finanzbasis bescheinigt, die dringend erforderlichen Restrukturierungsprozesse überstehen zu können. Das S&P-Rating fiel vor zwei Wochen ebenfalls zuversichtlich aus. dnb

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