Telekommunikation
Telefónica hat Mehrheit an O2

Der spanische Telekom-Konzern Telefónica hat sich die Mehrheit an dem Mobilfunkanbieter O2 gesichert.

dpa BRüSSEL/MADRID. Der spanische Telekom-Konzern Telefónica hat sich die Mehrheit am Mobilfunkanbieter O2 gesichert, muss aber noch länger auf eine Freigabe durch die Europäische Kommission warten. Die Behörde verlängerte die Prüfung am Dienstag um rund drei Wochen bis zum 10. Januar.

Die Wettbewerbshüter wollen mit der Fristverlängerung anderen Telekommunikationsunternehmen die Möglichkeit einräumen, Stellung zu der Transaktion zu beziehen. Telefónica will O2 für 26 Mrd. Euro übernehmen und damit die Position auf dem europäischen Mobilfunkmarkt stärken.

Bislang wurden 60,49 Prozent der O2-Aktien Telefónica zum Kauf angeboten. Zusammen mit den bereits aufgekauften Aktien kommt Telefónica damit auf einen Anteil von 65 Prozent. Die Übernahmeofferte wurde bis zum 12. Januar verlängert.

O2 ist neben Großbritannien und Irland auch in Deutschland aktiv, wo das Unternehmen neun Millionen Kunden hat. Zusammen kommen die Konzerne auf 116 Mill. Mobilfunkkunden. Telefónica würde bei Vollzug der Übernahme die Telekom als zweitgrößten Mobilfunkanbieter Europas hinter Marktführer Vodafone ablösen, der 165 Millionen Kunden unter Vertrag hat.

Laut Angaben aus Branchenkreisen hat Telefónica Interesse am Kauf des Festnetzanbieters Arcor. Mit einem Erwerb der Vodafone-Tochter würde sich der Konzern mit einem Schlag in Deutschland auf Rang zwei hinter nach der Deutschen Telekom etablieren. Angesichts der guten Entwicklung von Arcor wolle Vodafone die Tochter allerdings nicht vor Mitte kommenden Jahres veräußern, hieß es in den Unternehmen nahe stehenden Kreisen. Im Gespräch sei ein Übernahmepreis von über zwei Mrd. Euro.

Telefónica will sein Breitbandgeschäft in den kommenden fünf Jahren mit Investitionen von zehn Mrd. Euro ausbauen. Telefónica hat derzeit 6,4 Mill. DSL-Kunden unter Vertrag. Im kommenden Jahr soll die Nutzerzahl auf neun Mill. steigen, zum Ende des Jahrzehnts sollen es mehr als 20 Mill. sein, teilte das Unternehmen mit. Mit dem Ausbau des Bereichs will das Unternehmen dem Umsatzrückgang im Festnetz entgegenwirken. Zudem dient DSL als Grundlage für so genannte Triple-Play-Angebote, die Internetzugang, Telefongespräche und Fernsehen umfassen.

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