Telekommunikation
Telekom-Konzerne setzen auf Kontinuität

Die großen europäischen Telekomkonzerne meistern die weltweite Wirtschaftskrise bislang recht souverän. Für die nahe Zukunft verbreiten die Unternehmen ebenfalls Zuversicht: 2009 werde kein einfaches Jahr, aber man werde besser abschneiden als die Gesamtwirtschaft, heißt es unisono aus den Konzernzentralen.

DÜSSELDORF. Die großen europäischen Telekomkonzerne meistern die weltweite Wirtschaftskrise bislang recht souverän. Die Flaggschiffe Deutsche Telekom, Telefónica, France Télécom und Telecom Italia (TI) haben im vergangenen Jahr ordentlich verdient und dabei von der geringen Konjunkturabhängigkeit ihres Geschäfts profitiert.

Für die nahe Zukunft verbreiten die Unternehmen ebenfalls Zuversicht. 2009 werde kein einfaches Jahr, aber man werde besser abschneiden als die Gesamtwirtschaft, heißt es unisono aus den Konzernzentralen. Um die Liquidität zu schonen, kürzen auch die Telekoms ihre Investitionen. Kostensenkungen stehen weit oben auf der Prioritätenliste. Das Ziel lautet, mit hohen Cash-Flows und stabilen Dividenden die Aktionäre bei der Stange zu halten.

Kontinuität im Topmanagement zahlt sich offensichtlich aus. Die spanische Telefónica, bei der seit dem Jahr 2000 César Alierta auf dem Chefsessel sitzt, hat die Position als rentabelster Telekonkonzern in Europa 2008 verteidigt. Außerdem schaffte Telefónica als einziger der vier Telekomkonzerne im Vergleich zum Jahr 2006 ein leichtes Kursplus. Das überrascht nicht: Bei der wichtigsten Ertragskennziffer der Branche, der Ebitda-Marge, setzen die Spanier seit Jahren Maßstäbe. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fuhr Telefónica 2008 ein Ergebnis von 22,9 Mrd. Euro ein. Das entspricht 39,6 Prozent des Umsatzes.

Schlusslicht bei der operativen Marge bildet ausgerechnet der größte europäische Telefonriese Deutsche Telekom. René Obermann, seit November 2006 im Amt, ist nach Ron Sommer, dem kurzen Gastspiel von Helmut Sihler und Kai-Uwe Ricke bereits der vierte Chef seit dem Jahr 2000. Nur bei TI wechselte das Führungspersonal in dieser Zeit häufiger. Immerhin, Obermann schaffte es, den Abwärtstrend bei der operativen Rendite umzukehren. Erstmals seit 2005 weist die Telekom für 2008 mit 31,8 Prozent eine höhere Ebitda-Marge als im Vorjahr aus.

Telefónica profitiert jedoch nicht nur von der Kontinuität in der Konzernführung. Mit der starken Stellung in Lateinamerika haben die Spanier Zugang zu einem dynamisch wachsenden Markt. Außerdem legt der spanische Regulierer dem ehemaligen Monopolisten Telefónica nicht so enge Fesseln an.

Dies schlägt sich bei der Ebitda-Marge im Heimatmarkt Spanien nieder, die 49,4 Prozent konzernweit am höchsten ist. Deutsche Telekom und France Télécom dagegen sind auf ihren Heimatmärkten einem deutlich intensiveren Wettbewerb ausgesetzt, haben Analysten beobachtet. Den Bonner Konzern zieht darüber hinaus die Geschäftskundentochter T-Systems nach unten. Da bei IT-Dienstleistungen die Renditen deutlich schmaler sind als in der Telekommunikation, kommt T-Systems nur auf eine Ebitda-Marge von 7,7 Prozent. Zuwächse um 6,2 Prozent beim Ebitda konnte die Deutsche Telekom jedoch im Bereich Mobilfunk verzeichnen.

TI hat ebenfalls mit dem Geschäftskundensegment zu kämpfen. In der Olivetti-Sparte schrumpften die Umsätze um 13,7 Prozent, das Ebitda liegt bei minus 30 Mio. Euro. Im Mediengeschäft fuhr der italienische Telefonriese sogar einen operativen Verlust von 59 Mio. Euro ein.

Seite 1:

Telekom-Konzerne setzen auf Kontinuität

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%