Telekommunikation
Telekom spart Mobilfunk kaputt

Sparen und gleichzeitig kundenfreundlicher werden – diesen Widerspruch muss die Deutsche Telekom seit geraumer Zeit lösen. Allem Anschein nach hat der Sparkurs jetzt unangenehme Folgen an einer anderen Stelle. Experten gehen davon aus, dass die Qualität des Mobilfunknetzes leiden könnte.

DÜSSELDORF. Der anhaltende Sparkurs der Deutschen Telekom bedroht massiv die Qualität des Mobilfunknetzes der Tochter T-Mobile in Deutschland. Zu dieser Einschätzung kommt der in der Branche viel beachtete Netztest des Fachmagazins „Connect“. Grund sind nach Ansicht von Experten sinkende Investitionen der Telekom in ihr Netz. So hat der deutsche Marktführer in den vergangenen Jahren die Sachinvestitionen seiner Mobilfunktochter T-Mobile deutlich reduziert.

„Der Konzern hat systematisch unterinvestiert“, heißt es aus dem Umfeld der Telekom. Probleme mit der Netzqualität können für einen Telekomanbieter fatale Auswirkungen haben. Die Kunden erwarten, dass sie überall und zu jeder Zeit mit ihrem Handy telefonieren können. „Sobald dabei auch nur minimale Probleme auftauchen, leidet der Ruf eines Anbieters über die Maßen“, erklärt ein Experte.

Doch die Telekom will weiter am T-Mobile-Netz sparen. Der Konzern hat zusammen mit seiner Gewinnwarnung im Frühjahr Sachinvestitionen in Höhe von einer Mrd. Euro bis zum Jahresende auf Eis gelegt. Das sind fast zehn Prozent der gesamten Sachausgaben von zuletzt neun Mrd. Euro im Jahr 2008.

Konzernkreise wollen nicht ausschließen, dass die Telekom den Rotstift weiter im deutschen Markt ansetzt. Eine Alternative wäre, die Investitionen beim Mobilfunknetz in den USA einzusparen. Doch das gilt bei der Telekom als wenig wahrscheinlich. Nordamerika ist ihr wichtigster Auslandsmarkt. Dort will sie dringend nachrüsten, um nicht noch weiter den Anschluss an ihre Wettbewerber zu verlieren.

Die Folgen der Sparpolitik bei T-Mobile sind schon jetzt absehbar: Der Branchenzweite Vodafone erhielt im Test der einflussreichen Fachzeitschrift „Connect“ als Einziger die Note „sehr gut“ für sein Netz und landete damit auf Platz eins. Im Vorjahr standen T-Mobile und Vodafone noch gemeinsam an der Spitze.

Unangenehm für die beiden Großen ist die Aufholjagd des jahrelang abgeschlagenen Dritten der Branche, O2. Die Telefónica-Tochter will von 2007 bis 2011 3,5 Mrd. Euro in ihr Netz investieren. Beim Netz-Test hat O2 fast genauso gut abgeschnitten wie T-Mobile. Damit erwächst den beiden Platzhirschen eine neue Konkurrenz.

Die Telekom selbst verspricht Besserung: „Der ,Connect'-Test ist ein Anlass für uns, an unserem Netz zu arbeiten“, sagt ein Telekom-Sprecher. „Mit dem Ergebnis sind wir nicht zufrieden.“ Wie Besserung erreicht werden soll, ist unklar. Denn die eingefrorenen Investitionen verschärfen das ohnehin laufende Sparprogramm.

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