Telekommunikation
Telekom sucht Partner für britische Tochter

Die Deutsche Telekom will ihre angeschlagene Mobilfunktochter T-Mobile UK nicht mehr selbst sanieren. Im hart umkämpften britischen Mobilfunkmarkt sucht der Bonner Konzern nun offenbar einen Partner, wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr. Das ist aber nicht die einzige Option.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Ein Verkauf der britischen Tochter sei noch immer denkbar, allerdings nicht die bevorzugte Option, hieß es in den Unternehmenskreisen. Finanzchef Timotheus Höttges hatte auf der Hauptversammlung im Mai gesagt, es gebe keine Denkverbote für die Konzerntochter, die mit sinkenden Erlösen kämpft. Seitdem ranken sich zahlreiche Gerüchte um die Zukunft des kränkelnden Unternehmensteils.

In Großbritannien kämpfen nach wie vor fünf Anbieter um die Mobilfunkkunden; eine Konsolidierung auf einem der am heißesten umkämpften Märkte der Welt ist nach Meinung von Marktbeobachtern dringend nötig. Findet die Telekom für T-Mobile UK - die Nummer vier im Markt - einen Partner, müsste sie sich nicht aus diesem wichtigen Land zurückziehen. Verkauft sie die Tochter, müsste der Käufer die Sanierung finanzieren. Allerdings winken ihm auf der anderen Seite Einsparungen durch die Zusammenlegung der Netze. In Finanzkreisen wird eine Entscheidung der Telekom bis Anfang November erwartet. Die Telekom hatte im ersten Quartal 1,8 Mrd. Euro auf ihre britische Tochter abgeschrieben, nachdem deren Umsatz und Gewinn dramatisch gefallen waren.

Das Abrücken von einer Sanierung auf eigene Faust und die Suche nach einem Partner überraschen, denn Telekom-Chef René Obermann hatte noch Ende April ein neues Management für Großbritannien ausgewählt. Die schlechten Zahlen der Sparte waren mit dafür verantwortlich, dass die Telekom Ende April ihre eigenen Erwartungen für den Konzerngewinn reduziert hat.

Bislang haben sich die Anbieter auf der Insel gegenseitig belauert und darauf gewartet, dass einer den ersten Schritt tut. Bei einem Verkauf von T-Mobile UK müsste der Käufer jedoch die Last der Restrukturierung und der Integration schultern, während alle übrigen Marktteilnehmer davon profitierten, dass ein Anbieter weniger im Rennen ist. Nach Informationen der "Sunday Times" gibt es nun erste Gebote. Vodafone und Telefonica sollen Angebote über jeweils rund 3,5 Mrd. Pfund vorgelegt haben.

In der Branche heißt es lediglich, die Telekom führe derzeit mit allen großen Wettbewerbern Gespräche. Weder die Telekom noch die potentiellen Partner - oder Käufer - (Vodafone, Telefónica, France Télécom und Drei) wollten sich jedoch auf Anfrage zu möglichen Verhandlungen äußern. T-Mobile UK ist mit 15 Prozent Marktanteil der viertgrößte Anbieter und hat mit dem Schlusslicht der Branche, Drei, ein Joint Venture für die gemeinsame Netz-Nutzung.

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