Telekommunikation
Verluste bei Alcatel-Lucent weiten sich aus

Alcatel-Lucent hat im dritten Quartal Verluste gemacht. Und: Diese sind noch höher ausgefallen als erwartet worden war. Vor allem der europäische Markt bereitet dem Unternehmen Kopfzerbrechen.
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HB PARIS. Die Investitionskürzungen bei großen Telekomkonzernen treffen den französischen Netzwerk-Ausrüster Alcatel-Lucent schwer: Der Nokia Siemens-Konkurrent verbuchte am Freitag den zwölften Quartalsverlust in Folge. Das Marktumfeld sei noch immer schwierig, sagte Vorstandschef Ben Verwaayen und bekräftigte seine Prognose, der Markt für Telekom-Ausrüster werde in diesem Jahr zwischen acht und zwölf Prozent einbrechen. Die Anleger an der Börse in Paris reagierten enttäuscht. Die Alcatel-Aktie büßte mehr als fünf Prozent ein.

Bereinigt belief sich der operative Fehlbetrag im dritten Quartal auf elf Mio. Euro. Analysten hatten mit einem etwas höheren Verlust gerechnet. Der Umsatz lag mit 3,687 Mrd. Euro unter den Erwartungen. Alcatels Rivale Ericsson hatte vergangene Woche mit überraschend schwachen Zahlen ebenfalls für Ernüchterung gesorgt. Beide Konzerne leiden darunter, dass Telekomriesen wie France Telecom in diesem Jahr Investitionen auf Eis legen, da sich die Folgen der Rezession in den Geldbeuteln ihrer Kunden bemerkbar machen.

Um sich gegen die Wirtschaftskrise zu stemmen, hat sich Alcatel für dieses Jahr strikte Kostensenkungen auferlegt. Verwaayen sieht den Konzern dabei auf Kurs. 80 Prozent des 750 Mio. Euro schweren Programms seien bereits umgesetzt, sagte der Vorstandschef. Er hoffe weiterhin, der Konzern werde 2009 auf bereinigter operativer Basis die Gewinnschwelle erreichen. Mit einem Nettogewinn rechnet Alcatel erst in der zweiten Jahreshälfte 2010.

Analysten gehen davon aus, dass 2010 Entlastung von den Telekomriesen kommen könnte, wenn diese wieder mehr Geld in ihre Netzwerke stecken. Alcatel rechne im kommenden Jahr mit einem Wachstum von fünf Prozent oder weniger auf dem Telekom-Ausrüstungsmarkt, sagte Finanzvorstand Paul Tufano und erklärte, der Konzern wolle sich von Bereichen außerhalb des Kerngeschäfts trennen. „Eine dieser Verhandlungen steckt bereits in der Endphase und wir hoffen, bis Quartalsende diesbezüglich etwas mitteilen zu können.“

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