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Telekommunikation: Vodafone klagt gegen Telekom

exklusiv Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone klagt gegen die Deutsche Telekom. "Die Deutsche Telekom behindert den Wettbewerb im Festnetz", moniert Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen im Gespräch mit dem Handelsblatt. Dagegen wehrt sich der Rivale - auch vor Gericht.

Vodafones Deutschland-Chef Friedrich Joussen sieht sich durch die Deutsche Telekom behindert. Quelle: ap
Vodafones Deutschland-Chef Friedrich Joussen sieht sich durch die Deutsche Telekom behindert. Quelle: ap

BERLIN. Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen gerät regelrecht in Rage, wenn er über seinen größten Rivalen spricht. "Die Deutsche Telekom behindert den Wettbewerb im Festnetz", moniert er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Und das schon seit vielen Monaten. Joussen: "Wir haben mittlerweile eine ganze Reihe von Verfahren bei der Bundesnetzagentur, aber auch bei Gerichten eingeleitet."

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Die Wut des Managers richtet sich gegen ein sogenanntes "Vorleistungsprodukt", das der Marktführer seinen Konkurrenten anbieten muss. Dabei mieten die Wettbewerber große Teile des Netzes und der Technik von der Telekom, um ihren Kunden schnelle DSL-Anschlüsse in Gegenden anzubieten, wo sie selbst keine Leitungen besitzen.

Die Regulierungsbehörden hatten den ehemaligen Monopolisten 2008 gezwungen, seinen Konkurrenten die Nutzung der Leitungen anzubieten und zu erlauben - gegen Gebühr versteht sich, die Telekom lässt sich den Service mit aktuell 18,32 Euro pro Kunde und Monat von den Konkurrenten bezahlen.

Nutzen Wettbewerber diese Leistung der Telekom, sprechen Fachleute von "Bitstrom-Zugängen". Vodafone greift in einem Drittel des Bundesgebietes auf die Netze und Technik der Telekom zurück.

Doch bislang hat Joussen mit diesen Bitstrom-Zugängen nur Ärger: Ein Drittel aller Kunden, denen man einen DSL-Anschluss auf Basis der Telekom-Leitungen verkauft habe, sei nie bedient worden, schimpft er. Im Fall von Vodafone sind das 40 000 Kunden.

Wettbewerber sind stinksauer

Der Verband der Telekom-Wettbewerber berichtet sogar von einer Fehlerquote von bis zu 50 Prozent. "Zahlreiche unserer Mitglieder sind stinksauer, weil die Telekom große Qualitätsprobleme mit ihrem System hat", sagt auch Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), dem Handelsblatt. Mal werde ein Anschluss gar nicht freigeschaltet, mal funktioniere der DSL-Zugang, aber die Kunden könnten nicht telefonieren.

  • 31.08.2010, 13:13 UhrAnonymer Benutzer: GGG

    Die Telekom ist ein kundenfeindliches Monster, das längst geschlachtet werden sollte. Ob in Russland oder in der Schweiz, fast überall auf der Welt bekommt der Kunde freundlich und preiswert was er möchte. Nur bei der DTAG nicht (!).
    ich habe die Konsequenz gezogen und alles bei der DTAG gekündigt. Ergebnis bei 12 Anschlüssen eine Ersparnis von über 3000,- € p.a. und Top Qualität.

  • 31.08.2010, 13:04 UhrAnonymer Benutzer: Ralph Fischer

    Was viele gerne vergessen ist, das die Telekom immernoch zu einem Grossteil dem Staat gehört.

    Genau wie die Regulierungsbehörde.

    Der einzige richtige Schritt war bei der Privatisierung, die Hausanschlüsse zum allgemeingut zu erklären.
    Aber der Staat hat natürlich kein interresse daran, das Eigentum des bürgers and die bürger zurückzugeben.

    Nicht solange man damit unauffällig die klammen Kassen füllen kann.

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