Telekommunikationsmarkt: Australischer Finanzinvestor greift nach Eircom

Telekommunikationsmarkt
Australischer Finanzinvestor greift nach Eircom

Der Finanzinvestor Babcock & Brown Capital Ltd. hat weitere Anteile an dem irischen Telekombetreiber Eircom gekauft und erwägt offenbar, das Unternehmen komplett zu übernehmen. Im vergangenen Jahr wollte die Schweizer Swisscom Eircom kaufen. Die Übernahme ist gescheitert.

HB SYDNEY. Der australische Finanzinvestor Babcock & Brown Capital hat seinen Anteil an dem irischen Telekomkonzern Eircom von 12,5 auf 18 Prozent erhöht. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Bei dem Anteil von 18 Prozent soll es offenbar nicht bleiben. Babcock & Brown Capital, eine Tochter der zweitgrößten Investmentbank Australiens, plane ein Übernahmeangebot für Eircom, das das Unternehmen mit umgerechnet 2,4 Milliarden Euro bewerte. Dies berichtet das Wall Street Journal in seiner Ausgabe von Mittwoch und beruft sich auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise.

Bislang hat die Finanzgesellschaft eigenen Angaben zufolge im Durchschnitt knapp zwei Euro pro Eircom-Aktie bezahlt. Nach dem Anteilszukauf steig der Eircom-Aktienkurs um knapp zwei Prozent. Insgesamt hat das Unternehmen damit einen Börsenwert von 2,3 Millarden Euro. Einer der größten Eircom-Anteilseigner sind die Mitarbeiter des Unternehmens, die über einen Trust 22 Prozent der Anteile halten.

Australische Investoren wie Babcock & Brown suchen inzwischen verstärkt nach Investmentmöglichkeiten außerhalb ihres Heimatmarktes. Eircom hat einen Anteil von zwölf Prozent am irischen Mobilfunkmarkt, der als sehr lukrativ gilt. Irische Mobilfunknutzer haben nach Angaben von Experten eine um 50 Prozent höhere Rechnung als Handy-Besitzer in Großbritannien, Italien oder Deutschland. Auf dem irischen Festnetzmarkt hat Eircom einen Anteil von 80 Prozent. Zunehmener Wettberb in Irland hat aber bereits Spuren in der Eircom-Bilanz hinterlassen. Im abgelaufenen Quartal sank der Nettogewinn um mehr als 40 Prozent auf 19 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr versuchte der Schweizer Telekommunikationskonzern Swisscom, den irischen Konkurrenten zu übernehmen. Dies scheiterte an der Schweizer Regierung, die die Mehrheit der Swisscom-Aktien besitzt. Die Schweizer Regierung war gegen eine Expansion der Swisscom ins Ausland.

Übernahmen auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt haben im vergangenen Jahr deutlich angezogen. Dazu gehörte der Kauf des britischen Mobilfunkbetreibers O2 durch die spanische Telefonica sowie die Übernahme der dänischen TDC durch eine Gruppe von Finanzinvestoren.

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