Telekomriese AT&T
Der bereitwillige Helfer der NSA-Schnüffler

Die NSA späht Millionen von Internetnutzern aus – mit Unterstützung etlicher IT-Konzerne. Tief verstrickt ist der Telekommunikationsriese AT&T, wie neue Snowden-Dokumente zeigen: Er half sogar, die UNO auszuspionieren.
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WashingtonDer US-Telekommunikationskonzern AT&T hat Medienberichten zufolge dem US-Geheimdienst NSA „bereitwillig“ Zugang zu Milliarden E-Mails gegeben, die durch seine Netzwerke zirkulierten. Im Rahmen des 1985 gestarteten Programms „Fairview“ habe AT&T dem Geheimdienst außerdem erlaubt, über die von ihm betriebenen Leitungen die Internetkommunikation des UN-Hauptquartiers in New York zu überwachen, berichteten die Zeitung „The New York Times“ und die Rechercheorganisation „ProPublica“ am Samstag unter Berufung auf neue Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.

Dem Bericht zufolge stufte der Geheimdienst die Zusammenarbeit mit AT&T bei der Überwachung des Internets als „besonders produktiv“ ein. Das Unternehmen sei „höchst kooperativ“ und „extrem hilfsbereit“ gewesen, zitierte das Blatt am Samstag online aus den Dokumenten, die aus den Jahren 2003 bis 2013 stammten. AT&T und andere Firmen werden in den Dokumenten nur mit Codenamen genannt, doch identifizierten frühere Geheimdienstmitarbeiter die Unternehmen. Es war unklar, ob die Programme heute noch weiter laufen.

Die Firma habe „binnen weniger Tage“ nach Beginn des Programmes zur Überwachung ohne richterliche Vollmacht im Oktober 2001 damit angefangen, Unterlagen an die NSA weiterzuleiten. Im September 2003 sei sie der erste „Partner“ gewesen, der eine neue Technik zur Datensammlung freigeschaltet habe, durch die der NSA zufolge eine „live-Präsenz im globalen Netz“ möglich geworden sei. In einem der ersten Monate der Operation seien der NSA 400 Milliarden Internet-Metadatenunterlagen zugeleitet worden.

AT&T hat der Zeitung zufolge auch technische Hilfe bei der Ausführung eines geheimen richterlichen Beschlusses geleistet, mit dem das Abhören aller Internet-Kommunikationen im New Yorker UN-Hauptquartier genehmigt worden sei.

Ein Unternehmenssprecher von AT&T betonte, dass die Firma Ermittlungsbehörden keine Informationen ohne entsprechenden Gerichtsbeschluss gebe, außer wenn Gefahr in Verzug sei. Den Berichten zufolge erfolgte die Überwachung der Kommunikation der Vereinten Nationen auf Anweisung des geheimen Sondergerichts Foreign Intelligence Surveillance Court. Allein das Programm „Fairview“ kostete die NSA den Berichten zufolge im Jahr 2011 188,9 Millionen Dollar. Das zweitgrößte Programm namens „Stormbrew“ schlug demnach mit 66,8 Millionen Dollar zu Buche.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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